St. Scholastika

Kloster und Ruheort

St. Scholastika

Klöster sind Horte von Traditionen. Zu ihnen gehört in der Kapuzinerinnengemeinschaft St. Scholastika seit dem 18. Jahrhundert die „Ewige Anbetung“. Diese ist eine Tabernakelwache, die ursprünglich rund um die Uhr erfolgte. Stündlich lösten sich dabei die Schwestern ab. Ursprünglich hielten tagsüber zwei Schwestern diese Wache, nachts eine. Die „Ewige Anbetung“ ist eine intime Form der Gottesverehrung und der Liebe zu den Mitmenschen, deren Anliegen gerade hier innigst dem Herrn empfohlen werden. Aus personellen Gründen wurde die „Ewige Anbetung“ bis zuletzt in reduzierter Form weitergeführt.

Eine lange Tradition des Kloster St. Scholastika war die Hostienbäckerei. Leider musste die Bäckerei den Betrieb anfangs 2015 einstellen. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden über 200 Pfarreien in den Kantonen Appenzell, Graubünden, St. Gallen, Schaffhausen, Thurgau und Zürich mit Hostien aus Tübach beliefert. Natürlich gab es täglich viele weitere Arbeiten zu erledigen, sei es in der Küche, im Garten, in der Näherei und Wäscherei oder im Krankenzimmer. Die Arbeiten im Tübacher Kloster wechselten mit den Gebets- und Ruhezeiten ab. Alle drei folgten einem geregelten Tagesablauf.

Die 403-jährige Geschichte des Klosters St. Scholastika endete im April 2019: Die sechs zumeist hochbetagten Schwestern des Klosters St. Scholastika in Tübach hatten sich für einen Neuanfang entschieden und übersiedelten nach St. Gallen ins Kloster Notkersegg. «Die Kräfte der sechs verbleibenden Schwestern reichen nicht mehr aus, das Kloster weiter zu führen», schrieb das Bistum in seiner Mitteilung.

Über die zukünftige Nutzung der Klosteranlage machen sich derzeit zahlreiche involvierte Personen Gedanken.

Klosterimpressionen

  • Klosterleben

    Zu sechs verschiedenen Zeiten, verteilt zwischen Tagwache und Nachtruhe, wird gemeinsam gebetet. Dieses Stunden- oder Chorgebet wird bezeichnet mit Laudes, Terz, Sext, Lesehore, Non, Vesper und Komplet. Laudes, Terz Sext und Lesehore finden zwischen dem Aufstehen und dem Mittagessen statt, Non, Vesper und Komplet zwischen dem Mittagessen und der Nachtruhe. Das Stunden- oder Chorgebet nimmt in der Schwesterngemeinschaft einen wichtigen Platz im Tagesablauf ein. Nebst den gemeinsamen Stunden- oder Chorgebeten gibt es noch weitere Gebetsanlässe. Zu nennen wären der täglich gebetene Rosenkranz und die Betrachtung. Die Betrachtung ist eine Übung des stillen Nachsinnens über Gott oder ein auf ihn Bezug nehmendes Glaubenbekenntnis, ein betendes Sich-Einlassen auf das Wortgottes. Die Gestaltung der Betrachtung und der Ort, wo diese stattfindet (Betchor, Zelle oder Klostergarten), ist jeder Schwester freigestellt.

    Zentral im Tagesgeschehen der Schwestern steht die Eucharistiefeier. Sie wird von den Klosterfrauen zusammen mit dem Beichtvater bzw. dem Spiritual begangen. Während der Eucharistiefeier und den gemeinsamen Gebetszeiten befinden sich die Tübacher Schwestern im Betchor, der rechtwinklig an den Chor der Klosterkirche anschliesst. Vom inneren Chor aus können sie durch grosse Rundbogenöffnungen in der linken Chorwand dem Gottesdienst folgen.

  • Heilige Messe

    In der Regel finden zu folgenden Zeiten hl. Messen in der Klosterkirche statt:
    Mo bis Fr | 19.00 Uhr
    Samstag | 07.30 Uhr
    Sonntag | 09.00 Uhr

    Die genauen Zeiten finden Sie über diesen Link (Monat anklicken) oder im Tübach Aktuell. Gerne gibt auch direkt das Kloster St. Scholastika unter Tel. 071 841 17 94 Auskunft.

    Kontakt

    Kloster St. Scholastika
    Schulstrasse 38
    9327 Tübach
    +41 71 841 17 94
    klosterscholastika@bluewin.ch