Wohnraum für Asylsuchende schaffen

Der Tübacher Gemeinderat unterbreitet der Bürgerversammlung den Kauf zweier Liegenschaften im Dorfzentrum. Für 1,5 Millionen Franken will er die beiden Häuser erwerben – und damit mittelfristig Wohnraum für Asylsuchende und Sozialhilfeempfänger schaffen.

TAGBLATT/Linda Müntener

Zwei ältere Dreifamilienhäuser mit beschränkter Landfläche mitten im Dorfzentrum. Die Gemeinde Tübach will die Liegenschaften Schulstrasse 11 und Aachstrasse 1 erwerben. Kostenpunkt: 1,5 Millionen Franken. Die Häuser sind für die Gemeinde nicht nur aufgrund ihrer zentralen Lage interessant. Es handelt sich um Altliegenschaften, die für die Gemeinde in Sachen Sozialhilfe und Asylwesen an Bedeutung gewinnen.

Günstiger Wohnraum fehlt

Tübach hat wegen der aktuellen Flüchtlingsthematik ein Problem, das viele andere – vor allem kleine – Gemeinden teilen: fehlender günstiger Wohnraum für Asylsuchende. In der ehemaligen Wohnung des Gemeindepräsidenten oberhalb der Gemeindeverwaltung leben derzeit sieben Asylsuchende. Diese ist damit voll besetzt. Das Kontingent der Gemeinde Tübach beträgt elf Asylsuchende. «Wenn wir von heute auf morgen weitere aufnehmen müssten, wüsste ich momentan nicht, wo wir sie unterbringen sollten», sagt Gemeindepräsident Michael Götte. Die Nachfrage nach solchen Wohnungen steigt jedoch stetig. Deshalb sei es nach Ansicht des Gemeinderates wichtig, über das Angebot gleich selber bestimmen zu können, heisst es im aktuellen Mitteilungsblatt. Auch aus anderen sozialpolitischen Gründen seien die Häuser interessant, sagt Götte. Es sei schon vorgekommen, dass die Gemeinde Sozialhilfeempfänger in vergleichsweise teuren Wohnungen unterbringen musste – weil es schlicht keine anderen Möglichkeiten gab.

Mieter bleiben vorerst

Alle Wohnungen in den Häusern sind derzeit besetzt. Daran soll sich kurzfristig gesehen auch nichts ändern. Sagt die Bürgerversammlung am 23. März Ja, übernehme die Gemeinde die vermieteten Wohnungen, sagt Götte. «Mittelfristig hätten wir so aber Lösungsansätze.» Langfristig gesehen könnte er sich für die Häuser dank zentraler Lage auch andere Nutzungsmöglichkeiten vorstellen. Der Gemeinderat hat die Kaufangebote mittels einer unabhängigen Liegenschaftsbewertung geprüft und ist zum Schluss gekommen, dass der verhandelte Kaufpreis von gesamt 1,5 Millionen Franken angemessen ist. Er empfiehlt der Bürgerschaft, die beiden Grundstücke zu erwerben.

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