Widerstand gegen Dachlokal

TÜBACH ⋅ Auf dem Dach der Schips AG sollen ein Restaurant und eine Bar entstehen. Einige Bürger wehren sich jedoch gegen die Pläne von Claudia und Martin Schips: 27 Einsprachen gingen ein.

TAGBLATT

Ein Hingucker ist das bräunliche Gebäude der Schips AG an der Steinacherstrasse in Tübach nicht. Das könnte sich jedoch bald ändern. Die Geschäftsführer Claudia und Martin Schips planen auf dem Dach der Maschinenbaufirma ein Restaurant und eine Bar. «Ich habe mich schon immer für das Gastgewerbe interessiert», sagt Claudia Schips. «Mit dem Restaurant und der Bar wollen wir uns jetzt einen Traum erfüllen.» Ob dieser in Erfüllung geht, steht noch in den Sternen. Eigentlich war die Eröffnung in diesem Mai geplant. Gegen das Bauvorhaben des Ehepaars sind aber Einsprachen eingegangen.

Im Sommer 2017 reichten Claudia und Martin Schips im Namen der neugegründeten Atticum AG das Baugesuch ein. Daraufhin ging eine Sammeleinsprache von 27 Parteien ein. «Wir hatten nicht damit gerechnet, da wir dachten, dass alle Freude an unseren Plänen haben», sagt Claudia Schips. Die meisten Einsprecher fürchten den Lärm, der von dem Lokal ausgehen könnte. Alle Parteien sind Bewohner oder Grundeigentümer der umliegenden Quartiere, hauptsächlich von der Seeblickstrasse, wie Tübachs Bausekretär Marcel Helfenberger auf Anfrage mitteilt. Das Baugesuch wurde schliesslich korrigiert. Nebst kleineren Anpassungen wurden Lärmschutzwände in die Pläne integriert. Im Januar lag das revidierte Gesuch erneut auf. Vier Parteien zogen sich zurück, neue Einsprachen gab es keine. Somit ist nun noch eine Sammeleinsprache von 23 Parteien offen.

Restaurant und Bar bieten Platz für 120 Gäste

Mit dem Lokal, das «Atticum» heissen soll, will Claudia Schips Gästen einen Ort bieten, wo sie in einer aussergewöhnlichen Location entspannen können. Im Dachgeschoss, wo das Restaurant und die Bar entstehen sollen, befinden sich zurzeit Wohnungen. Diese werden abgerissen. Zusätzlich zum Bau des «Atticum» würde auch die Gebäudefassade erneuert und verschönert werden. Das Restaurant beansprucht die Hälfte der Dachfläche, die Terrasse den Rest. Von dort aus können die Gäste den Ausblick auf die Umgebung und den See geniessen. Gemäss Schips bietet das «Atticum» 60 Innen- sowie 60 Aussenplätze.

Im Restaurant sollen frische, regionale Gerichte zu erschwinglichen Preisen angeboten werden. «Wir wollen keine Gourmetküche anbieten, die Gerichte aber dennoch speziell anrichten», sagt Schips. «Das Lokal soll alle ansprechen. Von jungen Leuten über Familien bis zu älteren Menschen.» Dass der Standort nicht zentral ist, sieht Schips nicht als Minuspunkt. «Wir liegen direkt an einer Durchfahrtstrasse und sind gut erreichbar. Das Lokal soll so speziell sein, dass der Weg keine Rolle spielt.»

Entscheid soll im April fallen

Ein weiterer Pluspunkt ist gemäss Schips, dass wegen der Firma bereits viele Parkplätze vorhanden sind. Den Restaurantbetrieb vom Firmenbetrieb zu trennen sei kein Problem. «Das Lokal hat einen separaten Eingang – einen Turm, mit dem Gäste via Lift oder Treppe aufs Dach gelangen.» Angestellte wurden bislang keine eingestellt. «Zunächst müssen wir abwarten, wie es weitergeht», sagt Schips. Sie sei mit grosser Freude an das Projekt herangegangen. «Wir wollen mit dem Lokal Tübach etwas geben und etwas Spezielles auf die Beine stellen.» Schliesslich existiere in der Umgebung kein vergleichbares Restaurant. Die Schips AG, die auf Nähautomation spezialisiert ist, exportiere ihre Produkte fast ausschliesslich ins Ausland. «Das Atticum hingegen wäre etwas für die Region.»

Ob das Baugesuch für das Dachlokal bewilligt wird oder nicht, zeigt sich laut Bausekretär Marcel Helfenberger schon bald. «Die Baukommission bearbeitet derzeit das Gesuch und die Einsprachen», sagt Helfenberger. «Wir rechnen noch diesen Monat mit einer Entscheidung.»

Bild: Nicht alle haben Freude an dem geplanten Restaurant auf dem Dach der Schips AG in Tübach. 23 Parteien aus den nahe gelegenen Quartieren haben Einsprache eingelegt. Die Anwohner fürchten sich unter anderem vor möglichem Lärm.

 

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