Wenn das Herrchen nicht gehorcht

Während den Wintermonaten halten sich einige Hundehalter nicht mehr an ihre Pflichten: Beim Gassigehen überlassen sie das «Geschäft» ihres Hundes lieber anderen. Tübach wendet sich nun an seine Bürger.

TAGBLATT/Jolanda Riedener

Einmal nicht aufgepasst, schon ist’s passiert und der Schuh landet geradewegs im Hundehaufen. Besonders eklig ist, dass der Kot danach an der Sohle haften bleibt und der Gestank auf Schritt und Tritt folgt.

In Tübach scheint der häufiger herumliegende Hundekot zum Problem zu werden. Ganz zum Ärger von Bürgern und Verwaltung. «Auffallend ist, dass Hundekot in der dunkleren Winterzeit häufiger liegen gelassen wird», heisst es im Gemeindeblatt «Tübach Aktuell». Eine Häufung der Fälle stellen auch die Mitarbeiter des Werkhofes fest, ausserdem habe es diesbezüglich eine Reklamation aus der Bevölkerung gegeben.

«Hundehalter fühlen sich bei Dunkelheit weniger beobachtet», sagt Sabrina Kümin, Leiterin des Einwohneramts in Tübach. Ausserdem seien Hundehalter an kalten Tagen öfter alleine unterwegs und vernachlässigten folglich offensichtlich ihre Pflichten. Doch wie diesem Problem entgegenwirken? «Wir versuchen, die gesetzlichen Pflichten der Hundehal­- ter in Erinnerung zu rufen», sagt Kümin. Gemäss kantonalem Hunde­gesetz sind Hundehalter dazu verpflichtet, auf Strassen, Trottoirs, Wegen und Plätzen ­sowie in öffentlichen Grün- und Parkanlagen den Kot aufzunehmen.

«Der Gemeinderat stellt zu diesem Zweck genügend Robidog-Behälter zur Verfügung», heisst es in der Mitteilung der Gemeinde Tübach. Laut Sabrina Kümin sind 13 Robidogs im Dorf stationiert. Ausserdem werden die Hundesäckli auch in anderen öffentlichen Abfallkübeln der Gemeinde entsorgt. Nicht nur in Tübach verstärkt sich die Hundekot-Verschmutzung während der Wintermonate. Auch für Hansruedi Geser, Leiter des Werkhofs Goldach, ein altbekanntes Phänomen: «Wenn der Schnee schmilzt, kommen die Kothaufen überall zum Vorschein.»

An Pflichten und Gesetz appellieren

Die meisten Hundehalter würden sich nach Gesers Eindruck an ihre Pflicht halten und den Dreck zusammennehmen. Jedoch gebe es offensichtlich überall solche, die sich nicht an die Regeln hielten. «Auch Hundehalter empören sich darüber», sagt Geser. Besonders wenig Verständnis zeigt der Werkhofleiter, wenn Hundebesitzer den Kot zwar zusammennehmen, den Plastiksack dann aber samt Kot einfach wegwerfen. «Der Plastik zersetzt sich nicht und bleibt lange Zeit unter Bäumen oder in Hecken liegen.» Auch in Goldach seien zahlreiche Robidogs vorhanden, insbesondere an gut frequentierten Spazierwegen. Dass sich das Hundekotproblem irgendwann beseitigen lässt, daran glaubt Geser längst nicht mehr: «Uns bleibt nur, die Faust im Sack zu machen.»

Mehr Hundekot beschäftigt auch den Rorschacher Werkhofleiter Walter Hautle: «Immer wenn es kalt und grusig ist, wird der Dreck mehr.» Möglichkeiten zur Kotentsorgung gebe es auch in der Hafenstadt genug. Wer frage, dem geben die Werkhofmitarbeiter auch kostenlos Hundesäckli ab. «Herumliegender Kot ist besonders eklig, aber wir kämpfen auch sonst mit dem Littering-Problem», sagt Hautle.

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