Wasser reinigen wird teurer

Der Abwasserverband Morgental mit Sitz in Arbon und Kläranlage in Steinach investiert 2017 5,3 Millionen Franken. Die Gemeindedelegierten müssen zur Kenntnis nehmen, dass es bald mehr kostet.

Tagblatt/Fritz Bichsel

Der Verband Morgental (AVM) reinigt das Abwasser aus Roggwil, Arbon, Steinach, Horn, Tübach, Berg und Mörschwil sowie einem Streifen von Egnach. Seit zehn Jahren erfüllt er – gemeinsam mit Partnern – weitere Aufgaben, besonders in der Energieproduktion. Der Zweck muss also geändert werden. Gleichzeitig erarbeitet die Betriebskommission eine neue Strategie und einen neuen Finanzplan. Das erläutern an der Budgetversammlung in Mörschwil Präsident Andreas Balg, Geschäftsführer Roland Boller und Fachleute.

Boller zeigt auf, dass weitere Veränderungen anstehen: Millioneninvestitionen für Sanierung der biologischen Reinigungsstufe, Bau einer Anlage zur Elimination von Mikroverunreinigungen und Ersatz gut vierzig Jahre alter Kanäle sowie zusätzliche Aufgaben. Gemeinden beauftragen den Verband verstärkt, auch ihre Netze zu unterhalten.

Der Verband hat das jährliche Kostendach von früher 5,8 Millionen Franken gesenkt auf 5,3 Mio. ab 2001 – ohne Ausgleich der Teuerung seither. Das ermög-licht auch Rücklagen zur Finan-zierung neuer Anlagen. Inge-nieurin Anja Herlyn vom Bera-tungsunternehmen WIF hat errechnet: Würde der Verband den Gemeinden weiterhin 5,3 Mio. verrechnen, nähmen die Schulden zu und wären ab 2022 Bezüge aus der Reserve nötig. Um das zu vermeiden, müsste das Kostendach ab 2019 auf 6,2 und ab 2021 auf 6,8 Mio. Franken erhöht werden. Das wären jährlich gut zwanzig Franken je Einwohner. Dazu liess die Kommission die bisherigen Kosten vergleichen. Ingenieur Ruedi Moser von der Hunziker Betatech AG berichtet: Der AVM arbeitet günstig, bei Be-triebskosten und Kostendach am unteren Rand aller Reinigungsanlagen in der Schweiz.

Mehr Kapital- und weniger Betriebskosten

Als Budget für 2017 genehmigen die Delegierten 5,3 Millionen Franken. Der Betrieb kostet netto 1,6 Mio., die Abschreibungen und Zinsen steigen auf 2,1 Mio. So gehen knapp 0,7 Millionen in die Reserve (rund 20 000 Franken weniger als im laufenden Jahr). Damit setzt sich die Tendenz fort: Mit Investitionen für gesetzliche Aufgaben und freiwillige Leistungen steigen die Kapitalkosten. Die Betriebskosten sinken – auch dank Erträgen. Per Saldo nimmt der Aufwand zu. Die Betriebskommission wählt die Delegierten für die neue Amtsdauer fast unverändert: Andreas Balg, Stadtpräsident Arbon, als Präsident, Paul Bühler, Gemeindepräsident von Mörschwil, als Vizepräsident, anstelle von Paul Huber, abtretender Gemeindepräsident von Berg, seinen Nachfolger Sandro Parissenti und die sechs weiteren Mitglieder wie bisher.

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