Waisen eine Bildung ermöglichen

Der Tübacher Josef Aeberhard feiert in Indien das jährliche Treffen seines Vereins SolidarAndhra, der Waisen Zugang zu schulischer Bildung ermöglicht. Er freue sich zu sehen, dass sich die Projekte immer weiterentwickeln.

TAGBLATT

Seit 2007 engagiert sich SolidarAndhra für Waisenkinder und Jugendliche im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh. Mittlerweile unterstützt und betreut der Verein rund 400 Kinder und Jugendliche, 70 davon in einer Taubstummenschule. Ziel ist es, den zumeist verwaisten Kindern eine Unterkunft bei überlebenden Familienangehörigen zu sichern und ihnen nebst einer Schulbildung auch medizinische Versorgung zu ermöglichen. Kürzlich fand das jährliche Treffen (Annual Meeting) in Indien statt. Vereinspräsident Josef Aeberhard und seine Frau reisten nach Indien, um am Fest teilzunehmen. Und auch 2015 konnte er sehen, dass die Projekte von SolidarAndhra fruchten – aber auch, dass dringend Geld benötigt wird. «Das Annual Meeting bedeutet für mich, meine Frau sowie unsere Begleiter Markus und Vreni ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis, welches uns nachhaltig in Erinnerung bleibt.»

1000 Gäste feiern mit

«Bei unserer Ankunft in Mallepally deutet nur wenig auf das bevorstehende grosse Treffen hin», berichtet Josef Aeberhard. Immerhin nahmen um die 1000 Personen teil, welche auch verpflegt sein wollen. Auch am Vortag des grossen Treffens sei keine Hektik entstanden, doch gewisse Aktivitäten hätten einen Grossanlass auf dem Gelände der SolidarAndhra-Taubstummenschule erahnen lassen. «Mit riesigen Soundboxen und Mischpult sendet der DJ erste Schallwellen in die Umgebung, mit der Gewissheit, dass sich auch Nachbarn bis in mehrere Kilometer Entfernung nicht im geringsten über die hohen Dezibel gestört fühlen, oder sich etwa gar beschweren würden», sagt Aeberhard. Dann beginnt das Fest. Bereits treffen erste Gästegruppen zu Fuss aus Richtung des zwei Kilometer entfernten Dorfes ein. Andere kommen gruppenweise per dreirädriger Autorikscha – meist mit zehn bis zwölf Personen beladen. «Den Höhepunkt – nebst den Tanzdarbietungen – war das traditionelle Essen, welches in disziplinierter Weise geordnet innert Kürze ausgegeben und verzehrt wurde.»

Zu viele Hilfsbedürftige

Doch trotz all den Feierlichkeiten ist auch der Verein SolidarAndhra auf Spenden angewiesen, um die verwaisten Kinder weiter unterstützen zu können. «Wir wollen vor Ort etwas bewirken, denn Hilfsbedürftige gibt es viel zu viele in dieser Region», sagt Aeberhard. Deshalb sei es ihm wichtig, dass er genau wisse, wie und wo die grosszügigen Spendengelder aus der Schweiz investiert werden. «Ich kenne alle Mitarbeiter in Indien persönlich.»

Mehr Informationen über den Verein SolidarAndhra gibt es auf www.solidarandhra.ch.

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