Von Büezern und Betonmischern

Jahreskonzert Die Renovationsarbeiten der Mehrzweckhalle Tübach sind noch immer nicht abgeschlossen. Die Musikgesellschaft Tübach-Horn hat sich das zunutze gemacht.

TAGBLATT

Die Umbauarbeiten in der Tübacher Mehrzweckhalle sind wohl nicht so chaotisch verlaufen wie jene auf der Bühne: Eine ungestüme Bautruppe aus vereinseigenen Akteuren entlockten den ­Zuschauern am Unterhaltungsabend vom Samstag Schmunzeln und heitere Lacher.

Der gestresste Polier hatte es nicht leicht, sich durchzusetzen bei seinen ungeschickten, teils arbeitsscheuen Untergebenen: Da waren der Stift, eine Niete ohne Kopf und Giovanni, mal krank, faul oder aufbrausend, die Stromer mit zwei linken Händen und der Büezer als Bindeglied. Völlig entnervt und genug von Demütigungen und Schikanen, sauste der Lehrling mit seiner Maschine in Easy-Rider-Manier weg von der Bühne in die Freiheit: «Born to be Wild.» Der Büezer hingegen wurde im Betonmischer derart wild durchgeschüttelt, dass er nur noch das «Eye of the Tiger» sah. Die breite Palette der gespielten Musikstücke sowie die hervorragenden Soli diverser Musikantinnen und Musikanten ernteten begeisterten Applaus und die Besucher forderten spontane Zugaben.

Blech ist in die Jahre gekommen

«Nicht ganz 100» ist das aktuelle Alter der Musikgesellschaft Tübach-Horn: Im Juni 2020 feiert der Verein aber sein 100-Jahr-Jubiläum. Tübach steht dann drei Tage im Zeichen der Blasmusik. OK-Präsidentin Patricia Enz kündigte an, dass die Durchführung des fürstenländischen Kreismusiktags und eine Teil-/Neuinstrumentierung die Höhepunkte sein werden. Die Notwendigkeit, neue Instrumente anzuschaffen, sei dringend. Eine intensive Kur bringe die Instrumente auch nicht weiter: Denn am Blech nagt der Zahn der Zeit.

Bild: «Auf der Baustelle» lautete das diesjährige Motto der Musikgesellschaft Tübach-Horn. Zufällig entstanden ist es nicht.

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