Viele Tübacher drücken aufs Gas

Im Vergleich mit anderen Gemeinden in der Region hat Tübach die grösste Autodichte. Am ÖV-Netz kann es nicht liegen, denn dieses wird laut Gemeindepräsident rege genutzt.

TAGBLATT

Mit seinen 1447 Einwohnerinnen und Einwohnern ist Tübach eine der kleineren Gemeinden in der Region. Geht es um die Anzahl angemeldeter Autos im Vergleich zur Einwohnerzahl, steht das Dorf hingegen an vorderster Stelle. Pro 1000 Einwohner zählt es 699 Autos. Damit schlägt die Gemeinde statistisch die Gemeinde Mörschwil, in der pro 1000 Einwohner 613 Autos gemeldet sind («Tagblatt» vom Dienstag).

Die Gründe, warum die Einwohner Tübachs im Vergleich mehr Autos besitzen, sieht Gemeindepräsident Michael Götte nicht in erster Linie im Zusammenhang mit dem bestehenden Angebot des öffentlichen Verkehrs. «Ein Grund wird sicher sein, dass die Tübacher eher gut situiert sind», sagt Götte. Es gebe sicher einige Haushalte, die mehr als ein Auto besitzen. Ähnlich wie in Mörschwil, verfüge auch Tübach über gute Busverbindungen, die seit dem letzten Fahrplanwechsel noch leicht ausgebaut wurden. «Bestimmt gibt es einige, die zwar ein oder mehrere Autos besitzen, aber dennoch mit dem Bus zur Arbeit nach St. Gallen fahren», ist der Gemeindepräsident überzeugt. Wenn vergleichsweise viele Autos in einer Gemeinde gemeldet sind, heisst das nicht automatisch, dass die Einwohner auch viele Kilometer damit zurücklegen.

Städter besitzen weniger Autos

In städtischen Gemeinden besitzen im Vergleich deutlich weniger Personen ein Auto. In Rorschach sind 470 Autos pro 1000 Einwohner gemeldet, das ist der geringste Wert in der Region, dennoch etwas mehr als in der Stadt St. Gallen: Ende 2018 waren dort 34440 Autos gemeldet, was nur 456 Fahrzeuge pro 1000 Einwohner entspricht.

Neben der Kantonshauptstadt und den Agglomerationsgemeinden wie Wittenbach oder Gaiserwald, weist auch Untereggen eine auffallend tiefe Anzahl gemeldeter Autos auf. Im regionalen Vergleich steht die ländlich gelegene Gemeinde Untereggen vor Rorschach an zweitletzter Stelle: 547 Autos pro 1000 Einwohner sind dort gemeldet. Seit vielen Jahren verfügt die Gemeinde über stabile Postautoverbindungen, zweimal pro Stunde nach St. Gallen oder Rorschach. Dies könnte gemäss Gemeindeschreiber Norbert Näf eine Erklärung für die vergleichsweise tiefe Zahl sein.

Gleichzeitig hat die Anzahl der gemeldeten Autos in Untereggen seit 2015 jeweils abgenommen, entgegen dem Trend in anderen Gemeinden. «Eine leichte Veränderung in der Bevölkerungsstruktur könnte eine mögliche Erklärung dafür sein», mutmasst Näf. Zwei neu gebaute Wohnblöcke hätten diese allenfalls begünstigt. Genau so gut könnte es sich aber um eine rein zufällige Abnahme handeln.

Trotz ÖV viele Autos

Auch in Rheineck gibt es einige Haushalte, die mehr als ein Auto besitzen. Mit 3391 Einwohnern und 632 Autos pro 1000 Einwohner weist das Städtli einen vergleichsweise hohen Motorisierungsgrad auf. Eine konkrete Erklärung hat Stadtpräsident Hans Pfäffli nicht zur Hand. Mit dem öffentlichen Verkehr sei Rheineck gut erschlossen. Eine Vermutung, weshalb in Ballungsräumen weniger Autos eingelöst sind, sieht er auch im Verhalten der Stadtbewohner, die generell eher links wählen und deshalb selber vielleicht aufs Auto verzichten.

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