Vernehmlassung zur Ortsplanung

Vernehmlassung zur Ortsplanungsrevision läuft
Nach längerer Planungs- und Beratungszeit hat die Ortsplanungskommission, bestehend aus Gemeinderat und Baukommission zusammen mit dem beauftragten Ortsplaner Ivo Liechti (ERR Raumplaner) die Planungsinstrumente der Rahmennutzungsplanung gestützt auf den bereits genehmigten Richtplan der Gemeinde Tübach vorbereitet. Nach erfolgter Vorprüfung durch die kantonalen Fachstellen hat der Gemeinderat am Mittwoch, 6. November 2019 die Bevölkerung im Rahmen einer Informationsveranstaltung über das Projekt und die nächsten Schritte informiert. Gleichzeitig wurde die öffentliche Vernehmlassung zu den Entwürfen von Zonenplan und Baureglement mit Planungsbericht, Erschliessungsprogramm und die Aufhebung einer Baulinie eröffnet.

Zum Informationsanlass erschien eine erfreulich grosse Besucherzahl von knapp 100 Personen auf der Arche. Gemeindepräsident Michael Götte und Ivo Liechti vom Büro ERR Raumplaner informierten über die geplanten Neuerungen am Baureglement und im Zonenplan der Gemeinde Tübach.

Es geht nicht ohne Dichteziffer
Auch das neue Baureglement, das auf einem Muster der Vereinigung der St.Galler Gemeindepräsidenten VSGP aufbaut, sieht für Wohnzonen nach wie vor eine Dichteziffer vor. Die heutige Ausnützungsziffer, die im neuen Planungsund Baugesetz (PBG) nicht mehr existiert, wird durch eine Baumassenziffer ersetzt. Diese regelt das maximal zulässige Bauvolumen im Verhältnis zur anrechenbaren Grundstücksfläche. Die Planungskommission ist überzeugt, dass der Verzicht auf eine Dichteziffer zu einem unerwünschten Ergebnis führen würde, da unverhältnismässig grosse Gebäude die Bebauungsdichte massiv erhöhen und das Ortsbild wesentlich verändern würden.

Vier Einzonungen vorgesehen
An insgesamt vier Orten soll die bestehende Bauzone erweitert werden, um auch für die nächsten zehn Jahre eine minimale bauliche Entwicklung innerhalb der Gemeinde sicherzustellen:

  • Im Grund: im Westen der Überbauung «Im Hermet» soll die Wohnzone bis an die Bachstrasse erweitert werden.
  • Hornerstrasse: Rund 4‘000 Quadratmeter nördlich des Restaurant Landhaus werden der Wohn- und Gewerbezone zugewiesen. Es besteht eine Sondernutzungsplan-Pflicht.
  • Im Gebiet Kellen wird für ein zusätzliches Parkfeld (ein dringendes Bedürfnis des Zweckverbandes) eine Fläche von gut 2‘000 Quadratmetern der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen zugeschlagen.
  • Im Gebiet Bluemenhalde soll für eine Betriebserweiterung der Firma Zingg Industrieabfälle AG der nötige Platz mittels Erweiterung der Arbeitszone (früher Industriezone) geschaffen werden. Es sind aktuell noch zwei alternative Standorte in Diskussion, letztlich würde aber nur eine Fläche eingezont.

Die übrigen Zonen wurden möglichst analog den geltenden Bestimmungen ins neue Recht (Bezeichnungen der Zonen etc.) überführt.

Öffentliche Vernehmlassung
Der Information und Mitwirkung durch die Bevölkerung wird vor allem in der aktuellen Planungsphase ein grosser Stellenwert eingeräumt. Das Planungs- und Baugesetz verlangt von den Planungsbehörden den rechtzeitigen und geeigneten Miteinbezug der Bevölkerung und der betroffenen Nachbargemeinden. Aus diesem Grund führte der Gemeinderat den Informationsabend und die aktuell laufende Vernehmlassung durch, damit die Bedürfnisse und Anliegen der Bevölkerung in die Finalisierung der Planungsinstrumente einfliessen können.

Die Unterlagen der Ortsplanungsrevision können bei der Gemeindeverwaltung zu den Schalteröffnungszeiten eingesehen werden. Die Unterlagen sind zudem auch auf der Gemeinde-Homepage aufgeschaltet. Die Vernehmlassung ist kein Einspracheverfahren, sie dient der allseitigen Information sowie der Mitwirkung der Bevölkerung.

Wir ersuchen die Bevölkerung, ihre Stellungnahmen und Anregungen im Zusammenhang mit der aktuellen Nutzungsplanung bis spätestens 30. November 2019 schriftlich an den Gemeinderat zu richten. Nach der Bereinigung des Zonenplans und des Baureglementes möchte der Gemeinderat die Dokumente im 1. Quartal 2020 öffentlich auflegen. Zu diesem Zeitpunkt müssen Einwände dann mit Rechtsmitteln geltend gemacht werden. Das Verfahren des fakultativen Referendums wird nach Abschluss des Einspracheverfahrens durchgeführt.

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