Tübacher feiern und jassen

Schüler der Gemeinde Tübach haben der Bevölkerung Einladungen zur Einweihungsfeier des Schulhaus-Erweiterungsbaus Max und Moritz verteilt. Als Mitbringsel gibt es Jasskarten.

TAGBLATT / Christoph Renn

Stöck, Wiis, Stich. Einen ordentlichen Schieber zu klopfen, lässt so manches Schweizerherz höher schlagen. Nicht nur in den – früher – verrauchten Beizen. Nein. Heute wird auch online getrumpft. Jassen ist wohl eines der einzigen Spiele, das generationenübergreifend eine treue Fanbasis geniesst. So auch in Tübach.

Jassgemeinde werden

Das Dorf hat die Gelegenheit, Jassgemeinde Nummer 1 zu werden: Die Schüler des Dorfs haben gestern an jeden Haushalt ein Jasskartenset mit speziellem Aufdruck verteilt. Nicht aber, um primär die Stichqualität der Tübacher zu verbessern, sondern um sie an die Einweihungsfeier des Erweiterungsbaus Max und Moritz vom 20. Juni einzuladen. «Das Schulhaus ist zwar schon seit längerem fertiggestellt», sagt Gemeindepräsident Michael Götte, «wir haben uns aber für dieses Datum entschieden, damit die Schüler und Lehrer genug Zeit haben, um sich einzuleben und die Feier vorzubereiten.»

Für die Einweihung hat die Schule Tübach einiges organisiert. So gibt es nicht nur eine öffentliche Besichtigung des Erweiterungsbaus: Nach der Begrüssung um 10 Uhr spielen die 120 Schülerinnen und Schüler ein Musical. Passend führen sie sieben Streiche von Max und Moritz auf. Den ganzen Tag gibt es eine Festwirtschaft.

Erfahrungen austauschen

Doch, was hat es nun mit den Jasskarten auf sich? «Wir wollten die Einladung mit etwas verbinden. Dann kam uns die Idee mit den Jasskarten», sagt Michael Götte. Wie bereits vor acht Jahren beim 100-Jahr-Jubiläum der Schule Tübach. «Wir haben aber nicht bloss die Jasskarten verschenkt», fügt Schulleiter Michael Meyer an. «Wir wollen die Generationen verbinden und fragen deshalb die Senioren, ob sie als erfahrene Jassexperten den Schulkindern ein Stück Schweizer Kulturgut vermitteln möchten.» An drei Halbtagen in den Monaten Mai und Juni sollen die Kinder den Schieber und den Schellenjass lernen. Jedoch nicht analog zum Generationen-Jass der Migros, sondern mit Seniorinnen und Senioren aus dem gleichen Dorf. Denn nicht nur die besten Jasstricks, auch andere Erfahrungen können unter den Generationen in Tübach ausgetauscht werden.

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