Tageskarten werden teurer

Wer künftig eine SBB-Gemeinde-Tageskarte kauft, muss in der Region fünf Franken mehr bezahlen. Grund für die Preiserhöhung ist ein Bundesbeschluss.

TAGBLATT/Vivien Huber

An freien Tagen ist es nicht unbeliebt, einen Tagesausflug quer durch die Schweiz zu machen. Vielleicht führt es einen in seine Lieblingsstadt oder man plant gar eine Rundfahrt. Dafür gibt es die GA-Tageskarten, die man in der Region bei jeder Gemeindeverwaltung erhält. Allerdings ist die Anzahl begrenzt: Je nach Einwohnerzahl der Gemeinde bieten diese jeweils zwei bis vier Karten pro Tag an, welche zudem sehr beliebt sind. Da die Gemeinden den Verkaufspreis selbst bestimmen können, haben die meisten bisher 40 Franken für eine Tageskarte verlangt. Mit dem Verkauf der Karten müssen die Gemeinden die Selbstkosten decken und das Risiko für den Verkauf der Karten tragen.

Nun sind viele Gemeinden aber dabei, den Preis für die Tageskarten von 40 Franken auf 45 Franken zu erhöhen. In Thal, Steinach, Rorschacherberg und Horn ist dies bereits der Fall. Goldach wird die Billette ab dem 1. September, Tübach ab dem 1. November teurer verkaufen. Einzig in Rorschach bleibt der Preis bis Ende Jahr bei 40 Franken. In Rorschach verzeichnet man eine Auslastung von 95 bis 97 Prozent, in Steinach sogar von 96 bis 98 Prozent.

Gemeinde-Tageskarten sind sehr beliebt

Die Tageskarten der Gemeinden sind günstiger und man erhält sie auch, ohne im Besitz eines Halbtax-Abos zu sein, was die Tageskarten zusätzlich beliebt macht. Das ist bei den SBB nicht möglich. «Die Tageskarten sind als Zusatzangebot für Stammkunden gedacht. Zu diesen gehören die Halbtax-Nutzer», erklärt Andreas Keller, Mediensprecher der ch-direct. Auf der Webseite der SBB ist auch ersichtlich, dass der Preis einer Tageskarte in der 2. Klasse bei 75 Franken festgelegt ist. Die 9-Uhr-Tageskarte, die unter der Woche ab 9 Uhr benutzt werden darf, kostet in der 2. Klasse 58 Franken und kann auch nur mit Halbtax-Abo gekauft werden. Somit sind die Gemeinde-Tageskarten immer noch günstiger, trotz Preiserhöhung.

Die Gründe für die Preiserhöhung sind auf die Auswirkungen der diesjährigen Trassenpreis- erhöhung von 100 Millionen Franken zurückzuführen. Auf der Webseite der ch-direct wird erklärt, dass der Trassenpreis ein Entgelt für die Nutzung der Schienennetze ist, den die Eisenbahnverkehrsunternehmen an die Infrastrukurbetreiber bezahlen müssen. Damit werden der Angebotsausbau, aber auch diverse Sanierungen der Schienennetze finanziert. Die Preiserhöhung für dieses Jahr sei bereits 2016 vom Bundesrat festgelegt und vom Preisüberwacher abgesegnet worden.

Trotz der hohen Summe achten die SBB darauf, die Preise für die Kunden möglichst moderat anzupassen, heisst es auf der Webseite von ch-direct. Für das Halbtax und andere Angebote wie die Fahrt durch den neuen Gotthard-Basistunnel verzichte die Branche auf Preiserhöhungen. Man versuche auch, die GA-Kunden zu entlasten. Trotzdem mussten einige Preiserhöhungen durchgeführt werden, auch bei den Tages-GA der Gemeinden. Die Preise für die 365 Einzelkarten sind um 700 Franken angestiegen. Deshalb wirken sich die zusätzlichen Kosten nun in Form der Preiserhöhung von fünf Franken pro Billet aus.

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