SVP-Versammlung: Thomas Müllers letzter Wahlkampf und Michael Göttes nächster Schritt

Die SVP Kreispartei Rorschach trifft sich in Steinach zur Nominationsversammlung der Nationalratskandidaten. Auch Stadtpräsidiums-Kandidat Robert Raths darf sich äussern, hält er doch an einem ähnlichen Wahlslogan fest wie die Schweizerische Volkspartei

TAGBLATT

In der «Blume» Steinach versammelte sich die regionale SVP am Mittwochabend zu HV und Nominationsversammlung der Nationalratskandidaten. Das gutbürgerliche Restaurant gehört Richard Orthmann, ehemaliger Aufsichtsratsvorsitzender des deutschen Erotikkonzerns Beate Uhse. Das dürfte SVP-Kreispräsidentin Sabina Revoli nicht im Hinterkopf gehabt haben, als sie mit dem Hinweis, Tübach habe die höchste Geburtenrate im Kanton St. Gallen und Gemeindepräsident Michael Götte habe dabei tatkräftig mitgeholfen, für den ersten Lacher des Abends sorgte. Ein Schmunzeln konnte sich da auch Thals Bürgermeister Robert Raths nicht verkneifen.

Er war eingeladen worden, um sich den Parteimitgliedern vorzustellen. Und dies tut der FDP-Kandidat für die Ersatzwahl des Stadtpräsidiums Rorschach mit gewohnt starker Stimme und selbstsicherem Auftreten. Seine zentrale Botschaft: «Rorschach ist die Drehscheibe der ganzen Region und hat riesiges Potenzial. Ich bin topmotiviert, um den Drive, den Thomas Müller in die Stadt gebracht hat, weiterzuführen und Rorschach weiter zu entwickeln.» Nicht nur, dass Raths’ Slogan «Röbi bi de Lüt» nah bei beim Parteimotto «SVP bi de Lüt» ist, auch sein Auftritt überzeugt offensichtlich, beschliesst doch die SVP-Kreispartei Rorschach einstimmig die Kandidatur von Robert Raths zu unterstützen.

Und wieso ist sie nicht bestrebt das SVP-Stadtpräsidium in Rorschach zu verteidigen? «Die SVP konnte keinen Spitzenkandidaten für diese Wahl finden. Uns ist aber wichtig, dass ein Bürgerlicher dieses Amt innehat, daher scheint es uns besser Röbi Raths zu unterstützen. Wir hoffen nun, dass die CVP nicht auch noch antritt, denn in diesem Fall wäre die SP die lachende Dritte», sagt Sabina Revoli.

Götte und Müller wollen nach Bern

Im Anschluss steht Michael Götte im Fokus. Er will bei den Nationalratswahlen vom 20. Oktober teilnehmen und hofft auf die kantonale SVP-Liste zu kommen. Er erinnert an den Start seiner politischen Karriere. Etwa ans Jahr 2000, als er die Wahl in den Kantonsrat nur um wenige Stimmen verpasste. Die Erleichterung darüber sei gross gewesen, zumal er damals noch andere Pläne hatte. Nur zwei Jahre später kam dann seine Politkarriere doch noch ins Rollen, als er in die St. Galler Pfalz nachrutsche. Inzwischen ist der 39-Jährige schon ein alter Polithase, seit 2006 Gemeindepräsident in Tübach und seit 2009 auch Fraktionspräsident der SVP. Stadtpräsident

Thomas Müller kommt verspätet zur Versammlung, aber mit guter Botschaft direkt aus der GPK-Sitzung. «Wir können den Steuerfuss von Rorschach um sieben Prozent senken.» Er wird im Oktober als amtierender SVP-Nationalrat nochmals antreten. «Es ist wichtig, dass die Region Rorschach in Bern vertreten ist. Viele Projekte wären nicht möglich geworden, hätte ich mich im Bundeshaus nicht persönlich dafür eingesetzt. Es wird aber mein allerletzter Wahlkampf sein.» Die Versammlung nominiert Götte und Müller einstimmig. Der Vorstand wird sie nun der Kantonalpartei empfehlen, die am 17. April über die Wahlliste entscheiden wird.

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