Spitze Zungen und schräge Töne

An der TübNacht 2016 vom Samstag zogen drei einheimische Cliquen mit spitzen Zungen durch die proppenvollen Tübacher Beizen. Begleitet wurden sie von zwei Gastguggen und dem HochGebirgsQuintätt mit ihren schrägen Tönen.

TAGBLATT / Ramona Riedener

Nachdem sie im vergangenen Jahr wegen Cliquenmangel abgesagt und vor zwei Jahren in die «Arche» verlegt wurde, fand am vergangenen Samstag wieder eine echte TübNacht statt. Dichtes Gedränge herrschte in den Beizen Landhaus, Sonne und Löwen, wo die drei einheimischen Cliquen, die Gassärassler aus Rorschach und die Adlerbrüeter aus Mörschwil mit schaurig schönen Tönen sowie das HGQ HochGebirgsQuintätt mit lüpfiger Stimmungsmusik und witzigem Schalk erwartet wurden.

Cliquen mit losem Mundwerk

Das erste Mal mit dabei an der Tübacher Fasnacht war die Clique d’Jungspünte. Die Geschwister Rebecca, Christoph und Niklaus Stadelmann sowie Raphael Locher wissen allerlei Interessantes und Brisantes über die Tübacher Prominenz zu berichten und geben Einblick in die Gemeinderatssitzung. So erfahren am Samstagabend auch die letzten Unwissenden vom Malheur des Gemeindepräsidenten Michael Götte mit den abgelaufenen Mehrfahrtenkarten.

Explosiv und mit spitzer Zunge, aber auch mit sanftem Humor lassen Schüfeli & Bäseli, das Trio Andrea Götte, Sonja Schär und Sonja Kehl das Dorfgeschehen des vergangenen Jahres Revue passieren. Auch bei dieser Clique war Michael Götte ein dankbares Opfer, diesmal wegen seiner sportlichen Unsportlichkeit am Auffahrtslauf. Nachdem sie gesagt hatten, was sie zu sagen hatten, «wüschet sie dä Dreck awegg…» und die Peinlichkeiten waren alte Fasnacht.

Die alten Damen – bekannt von einem Auftritt aus dem Jahr 2013 – von der Clique Stockenten (Lena Barletta, Ursula Gschwend, Gabriela Kern, Corina Früh und Birgit Koster Schöb) sind inzwischen verstorben und warten vor der Himmelspforte auf ihren Heiligenschein. Auch hier können es die «noch nicht ganz Engel» im Gewand von Zalando nicht lassen, nochmals tüchtig zu tratschen, während sie von oben auf das (fas)nächtliche Tübach blicken. Während sich die männerverschleissende Frau Fürstenberg nur schwer von High Heels und Handy trennen kann, vermacht die bewegungsfaule Klatschtante Trudi ihr angeknabbertes «Mars» bereitwillig dem Gemeindepräsidenten. Die spirituelle Ariella vererbt ihr Pendel und die grüne Gerlinde ihre Wollsocken, bevor die vier von Empfangsengel Serafina ihren Heiligenschein verpasst bekommen.

Neue Cliquen gesucht für 2017

Nach dem fasnachtslosen Jahr freute sich Birgit Koster Schöb, Präsidentin der Kulturkommission, besonders über den gelungenen Abend: «Die TübNacht gehört zum Dorfleben.» Und ein Fasnächtler im Lokal weiss, dass die Tübacher Cliquenfasnacht auf eine rund 30jährige Tradition zurückblickt. Auch nächstes Jahr soll sie wieder durch die Beizen gehen. Wenn möglich mit noch mehr einheimischen Cliquen, so der Wunsch von Birgit Koster Schöb.