Region beliebt bei neuen Firmen

WIRTSCHAFT ⋅ Mit 193 Firmengründungen bewegt sich die Region Rorschach im statistisch erfassten Jahr 2014 im kantonalen Mittelfeld. Das Rheintal hingegen belegt einen Spitzenplatz.

TAGBLATT/Franca Hess

Im Jahr 2014 wurden im Kanton St. Gallen rund 2 300 neue Unternehmen gegründet. Diese Zahlen veröffentlichte das Bundesamt für Statistik im Oktober dieses Jahres. Zu den Firmengründungen zählen gemäss Bundesamt für Statistik alle Unternehmen, die «aus dem Nichts» entstanden sind. Auch Selbständigerwerbende, Start-ups oder Neuansiedlungen werden mitgezählt. Nicht eingerechnet werden «Gründungsgeschehen im primären Sektor», also dem Landwirtschaftssektor.

Im Wahlkreis Rorschach wurden 193 Neugründungen im Jahr 2014 verzeichnet, mehr als im Jahr davor. Da waren es 164. Im gleichen Zeitraum stieg im Kanton St. Gallen die Zahl von 1865 auf 2268. Der Rorschacher Anteil davon sank in dieser Zeit von 8,8 Prozent auf 8,5 Prozent.

Tübach auf Platz zwei

Mit 615 Firmengründungen im Jahr 2014 steht der Wahlkreis St. Gallen auf Platz eins der Liste aller Neugründungen im Kanton. Platz zwei belegt das Rheintal mit 344 neuen Unternehmen. Der Wahlkreis Rorschach befindet sich im Mittelfeld der Liste und belegt Platz 5. Setzt man die Neugründungen im Wahlkreis Rorschach in Relation zur Wohnbevölkerung, ergibt sich: Auf 1000 Einwohner kommen rund 4,6 Neugründungen. Wil und See-Gaster, die mit mehr Gründungen eigentlich die Ränge vor Rorschach belegen, zeigen in der Relation zu den Einwohnerzahlen aber denselben Wert: 4,6 Gründungen auf 1000 Einwohner. Eine höhere Dichte zeigen das Rheintal mit 4,8 Gründungen und St. Gallen mit 4,9 Gründungen. Interessant wird es, wenn man die Einwohnerzahlen der einzelnen Gemeinden mit den Gründungen in Relation setzt. Da belegt Tübach Platz zwei mit rund acht Gründungen auf 1000 Einwohner. Im Toggenburger Lütisburg kommt fast auf jeden hundertsten Einwohner eine Neugründung, das ist kantonaler Spitzenwert.

Die Stadt Rorschach schafft es im kantonsweiten Vergleich auf Platz acht, dicht gefolgt von Thal auf Platz zehn. Betrachtet man die Firmengründungen im Wahlkreis Rorschach, ist die Stadt Spitzenreiter mit 56 Neugründungen im Jahr 2014. Thal folgt mit 39, Goldach mit 29 Gründungen.

87 neue Arbeitsplätze in der Stadt

Das Rheintal hat sich im Vergleich zu 2013 deutlich gesteigert, 2014 waren es fast 34 Prozent mehr Neugründungen. Auch Wil hat mit 31 Prozent stark zugelegt. Im Wahlkreis Rorschach waren es immerhin 18 Prozent mehr Gründungen als im Vorjahr. Das Toggenburg zeigt mit 14 Prozent geringen Zuwachs, und das ­Sarganserland bildet mit seinen 9 Prozent das Schlusslicht.

Gründungen von Unternehmen schaffen neue Arbeitsplätze. Im Jahr 2014 sind dank Firmengründungen 253 neue Arbeitsplätze im gesamten Wahlkreis Rorschach entstanden. In der Stadt Rorschach waren es 87 neue Arbeitsplätze, in Thal 51. Nicht ersichtlich ist jedoch, ­­ wie viele Stellenprozent diese Arbeitsplätze betragen. Jede ­beschäftigte Person zählt als Arbeitsplatz, unabhängig vom Beschäftigungsgrad. Besonders auffällig sind in der Grafik die durch die Neugründungen geschaffenen Arbeitsplätze in der Stadt Rorschach im Jahr 2013. 141 neue Arbeitsplätze wurden geschaffen. Die Niederlassung des Unternehmens Würth in Rorschach hat einen grossen Beitrag dazu geleistet, wurde das Unternehmen doch im Jahr 2013 eröffnet und durch die Mitarbeitenden bezogen.

Michael Götte, Leiter kantonale Politik bei der Industrie und Handelskammer St. Gallen und Gemeindepräsident von Tübach, unterscheidet strikt zwischen der Region Rorschach und Stadt Rorschach in Hinsicht auf die wirtschaftliche Beliebtheit: «Die Region ist gesamthaft sehr beliebt, doch zwischen den einzelnen Gemeinden liegen Welten.» Beliebt mache die Region den Standort als solches, vor allem die Nähe zur Stadt St. Gallen. Ausserdem sei es eine attraktive Wohn­region. «Hier wohnen vermehrt Leute des oberen Mittelstandes, die oftmals auch eigene Firmen in die Region bringen.» Um die Region wirtschaftlich attraktiver zu machen, schlägt Götte schnellere Verfahren vor: «Wo der Kanton Freiraum lässt, sollten Gemeinden das Potenzial nutzen. Ich achte in Tübach extrem auf sehr schnelle Verfahren.» Den Spitzenplatz des Rheintals, des «Silicon Valley der Ostschweiz», erklärt Götte wie folgt: «Durch Niederlassungen grosser Firmen entsteht ein Sog, der wiederum neue Firmen anzieht.»

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