Pointensichere Stimmungskanonen

d’Jungspünte nehmen frech und humorvoll das Dorfgeschehen aufs Korn.

In der Nacht der Tübacher Fasnächtler, unterhalten zwei Cliquen und vier Musikformationen das Publikum. Indianer, Piraten, Clowns, Hexen und andere Gestalten sind dabei zugegen.

Alles was im Dorf Rang und Namen hat, war am Freitagabend unterwegs. Als Musikant, Schnitzelbänkler, Maskierter oder einfach als gwundriger Zuschauer. Die Beizen waren voll. Dicht gedrängt sassen die Fasnächtler in der «Sonne», wo die Tübacher Örgelifäger den Auftakt machten und vom ersten Takt an für fidele Stimmung sorgten. Die Finger der 14-Jährigen, Adrian Granwehr und Armin Stadelmann und des 17-jährigen Marius Fuchs zappelten flink auf den Knöpfen der Schwyzerörgeli. Einen Hammer mit dem Hammer gab es mit der Schnapsflaschen-Einlage.

In ihren Edelweisshemden, den riesigen Schnäuzen und der «Krummen» im Mundwinkel, trug das Trio auch optisch zur Unterhaltung bei. Als es eigentlich Zeit fürs Bett war, für die jungen Musikanten, tauten sie nochmals gehörig auf und unterhielten das Publikum bis tief in die Nacht.

Zwei Cliquen erfahren was im Dorf abgeht

Die zwei dorfeigenen Cliquen sind dafür bekannt, dass ihnen nichts entgeht, was sich die Tübacherinnen und Tübacher im vergangenen Jahr geleistet haben. Man weiss, dass sie jedes Jahr noch professioneller, frecher und witziger das Dorfgeschehen Revue passieren lassen. Experten in Sachen «Delikates von der Servelaprominenz» sind die Geschwister Rebecca, Christoph und Niklaus Stadelmann sowie Rafael Locher alias «d’Jungspünte». Das Quartett weiss so ziemlich alles, was im Gemeindehaus und in der Feuerwehr abgeht oder schiefläuft.

Eidgenössische Veteranen feiern ihr Debüt

Als die Plaudertaschen mit dem losen Mundwerken gilt das Trio «Schüfeli & Bäseli» mit Andrea Götte, Sonja Schär und Sonja Kehl. In den Dorfquartieren ist man das ganze Jahr hindurch nie sicher vor den unscheinbaren Augen ihrer Informanten. Nur so ist es erklärbar, dass sie über Dinge Bescheid wissen, wie die Postautoirrfahrt in der Silvesternacht, die Eltern-Gruppe auf Schatzsuche, Stonis verschwundenen Hund und die Tübacher Kinder, die bereits früh wissen, wie Kühe gemacht werden.

Auch dieses Jahr kam es auf dem Tübacher Fasnachtsparkett zu einer Premiere. Die Guggenmusik «TübNachtschwärmer», eine Formation der Musikgesellschaft Tübach-Horn trat mit schrägen Tönen und Stimmungsknallern auf. Kneifen gab es nicht und Ausflüchte ebenso wenig. Wer nicht auswendig spielen konnte, für den schrieb Obergugger Armin Bischof einfach ein paar Noten. Und so feierten gestandene Eidgenössische Musik-Veteranen wie Linus Geisser und Max Glatz ihr Debüt als Guggemusiker.

Für gute Laune bis früh in den frühen Morgen sorgten wie gewohnt die Stimmungskanonen vom HGQ. Nicht nur guten Guggesound, sondern auch was fürs Auge boten die Faltäfäger aus Rorschach/Tübach. Leider verabschiedet sich die legendäre Gugge vom Fasnachtsparkett. Die 16 Mitglieder, die gemeinsam 1077 Jahre Guggemusigfeeling auf die Bühne bringen, sind auf ihrer letzten Tour und gehen dann endgültig in Pension.

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