Platz für Aushubmaterial

Der St. Galler Stadtrat beantragt dem Stadtparlament einen Rahmenkredit über 1,01 Millionen Franken für den Betrieb der Deponie Unterbüel in Mörschwil. Die Stadt Rorschach saniert aber erst noch.

TAGBLATT / Daniel Wirth

Das Gebiet Unterbüel liegt in der Gemeinde Mörschwil, hart an der Grenze zu Tübach – und es war schon einmal eine Deponie: Die Stadt Rorschach lagerte bis zur Inbetriebnahme der Kehrichtverbrennungsanlage in der Stadt St. Gallen im Jahr 1972 ihre Abfälle dort. Die Stadt Rorschach wird die Altdeponie im Unterbüel im kommenden Winter sanieren. Nach der Sanierung soll die Parzelle ab Frühling nächsten Jahres als Deponie für circa 365 000 Kubikmeter oder 580 000 Tonnen sauberen Aushubmaterials genutzt werden. Für den Betrieb der Deponie Unterbüel ist die Abteilung Deponie Tüfentobel von Entsorgung St. Gallen, einem Betrieb der Stadt, verantwortlich. Eine wichtige Rahmenbedingung für den Betrieb der Deponie Unterbüel sind gemäss Vorlage des St. Galler Stadtrates die Betriebsdauer von maximal fünf Jahren, die Öffnung an höchstens 100 Tagen pro Jahr, der gleiche Preis für die Annahme sauberen Aushubs wie auf der Deponie Tüfentobel in Engelburg.

Deponie Tüfentobel entlasten

Denn diese wird um einiges schneller gefüllt sein als ursprünglich geplant. Der Zeitpunkt, bis die Deponie in Engelburg mit Aushub gefüllt sein wird, kann mit der neuen Deponie Unterbüel um bis zu zwei Jahre hinausgezögert werden.

Das Betriebskonzept sieht vor, dass der Deponiemeister die Disposition zentral von Engelburg aus leitet. Die Deponie in Mörschwil wird nach Voranmeldung ausschliesslich für Grossbaustellen geöffnet. Ziel ist es gemäss Vorlage, die Deponie Unterbüel innerhalb von vier Jahren zu füllen, damit danach ausreichend Zeit für Rekultivierungsarbeiten vorhanden ist. Die Deponie wird gemäss Konzept in der Regel im Einmann-Betrieb mit hohem Automatisierungsgrad geführt werden. Der Maschinist, der den angelieferten Aushub mit einem Kettendozer in die Deponie einbaut, kann von der Maschine aus die Zufahrt von Lastwagen auf das Deponiegelände überwachen und freischalten. Die Anlieferungsdaten auf der Deponie Unterbüel werden auf das Verwaltungsprogramm der Deponie Tüfentobel übertragen.

Abrechnung über die Stadt

Rechnungsstellung und Inkasso erfolgen durch die Abteilung Finanzen von Entsorgung St. Gallen. Die Vereinbarung zwischen der Stadt Rorschach und der Stadt St. Gallen sieht vor, dass die aus dem Deponiebetrieb generierten Einnahmen zweimal jährlich an Rorschach überwiesen werden abzüglich der Entschädigung für den Deponiebetrieb. Für den Betrieb muss die Stadt St. Gallen eine Überflurwaage, einen Kettendozer, einen Raupenbagger und eine Reifenwaschanlage beschaffen. Hiefür beantragt der Stadtrat dem Stadtparlament einen Rahmenkredit von etwas mehr als einer Million Franken.

Investitionen gedeckt

St. Gallen und Rorschach haben vereinbart, dass die Stadt St. Gallen pro angelieferter Tonne Aushub entschädigt wird. Der Entschädigungssatz ist so festgelegt, dass sämtliche Investitionen und die laufenden Kosten gedeckt sind. Die Vereinbarung regelt auch, wie ein allfälliger Gewinn aufgeteilt wird.

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