Plan für zweites Dorfzentrum

Ab heute liegt der Gestaltungsplan für die Tübacher Zentrumswiese auf. Er zeigt, wie sieben Mehrfamilienhäuser errichtet werden sollen und die Gemeinde auf Bauten und Umgebung Einfluss nimmt an dieser Lage beim Ortskern.

TAGBLATT / Fritz Bichsel

Das Dorf ist zwar locker gebaut, aber auch so fällt die Zentrumswiese nahe der Durchgangsstrassen und der Kirche als grosse Lücke auf. Diese 12 000 Quadratmeter will die Erbengemeinschaft Josuran nun nutzen für 70 Wohnungen sowie einige Räume für Dienstleistungen. Das ist so viel wie einem der neuen Hochhäuser in Rorschach. So hoch hinaus wäre mit einem Gestaltungsplan theoretisch auch hier denkbar, aber diese Überbauung geht nicht in die Höhe. Die Häuser sind nicht wesentlich grösser projektiert als nach den üblichen Regeln in dieser Bauzone W3 für drei Vollgeschosse und Dachgeschoss. Auffälligste Abweichungen sind auch zuoberst Vollgeschosse und ein langer Bau bei der Kirche, dessen Erdgeschoss öffentlich genutzt werden soll.

Viel diskutiert, wenig geändert

Das löste bereits beim Planen Diskussionen aus – was die Eigentümer ermöglichten, indem sie einen Architekturwettbewerb durchführten und die Bevölkerung vor zwei Jahren darüber informierten. Zwei Einwohner führten zu Einwänden eine Umfrage durch und forderten den Gemeinderat an der Bürgerversammlung auf: Keine Mehrausnützung dieses Baulandes mit einem Gestaltungsplan ermöglichen oder ein anderes Projekt verlangen – kleiner, ohne Flachdächer, mit mehr Abstand zur Schulstrasse. Andere Bürger drücken Freude aus, dass die Eigentümer selber investieren und die Bevölkerung einbeziehen.

Der Vorschlag aus dem Wettbewerb ging weitgehend unverändert in den Gestaltungsplan ein. Der Plan regelt aber viele weitere Punkte: von Verkehrserschliessung in eine Tiefgarage über eine als Obstwiese zu bewahrende Freifläche gegen den Friedhof oder die weitere Gestaltung der Umgebung bis zur Begrünung der Flachdächer. Der separate Strassenplan enthält zudem einen öffentlichen Weg vom Platz bei Gemeindehaus/Alterssiedlung am Pfarrhaus vorbei zum Platz in diesem neuen Zentrumsquartier.

Haus und Cashpoint bleiben

Statt wie angekündigt Anfang 2015 ist die Planauflage und die weitere Information der Bevölkerung (siehe Kasten) erst jetzt möglich. Gemeindepräsident Michael Götte nennt dafür drei Gründe: «Es pressiert nicht. Es dauerte länger als geschätzt, bis kantonale Stellen den Plan prüften. Und dann waren Punkte zu den bestehenden Bauten zu klären.» Daraus habe Folgendes resultiert: Die Überbauung müsse Abstand zum denkmalgeschützten Haus einhalten. Die alte Scheune nebenan könne entfernt werden. Und der Cashpoint der Bank dürfe noch bleiben, aber an seiner Stelle könne später nichts mehr gebaut werden. Für sparsamen Umgang mit Boden durch dichteres Bauen und für die Berücksichtigung öffentlicher Interessen war diese Wiese bereits der Pflicht zum Erlass eines Gestaltungsplans unterstellt. An den Projektvorschlag mit für Tübach neuartiger Bauweise musste sich aber auch der Gemeindepräsident gewöhnen.

«Für neuen Dorfteil richtig»

Bald aber überzeugten ihn die Überlegungen der Planer: «Es entsteht ein neuer Dorfteil; dafür ist modernes Bauen mit Flachdächern richtig. Die Häuser haben viel Umschwung, die Plazierung ermöglicht einen öffentlichen Platz, zudem entstehen öffentliche Wegverbindungen und öffentlich nutzbare Räume.» Bedarf kann sich Michael Götte vorstellen, falls wie angetönt die Post schliesst. Dann hätte es in der neuen Überbauung genügend Platz, um eine Postagentur einzurichten und diese mit dem Dorfladen zu kombinieren.

Dokumente der öffentlichen Planauflage

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