OK sucht neuen Aufschwung

Das Organisationskomitee der fünften Ausstellung «Mein Hobby» in der Mehrzweckhalle Tübach kämpft zwar mit einem Ausstellerschwund. Trotzdem war am Wochenende die gute Stimmung bei den Ausstellenden zu spüren.

TAGBLATT / Fritz Heinze

Bereits ein erster Blick in die Halle führt zum Schluss, dass die Beteiligung nicht ganz jener in früheren Jahren entspricht. Die Modelleisenbahn, die Schiffe des organisierenden SMC Goldach sind vorhanden wie auch Ausstellerinnen mit Materialien im Bereich Glas und Wolle. Für OK-Präsident Franz Vogler ist die Tatsache des Ausstellerrückgangs unbestritten, Zahlen belegen das.

Anlässlich der ersten Ausstellung wurden noch 44 Ausstellende gezählt, bis heute ist die Beteiligung schrittweise auf 16 gesunken. Diese Tatsache lässt den Schluss zu, dass auf den anfänglichen Lorbeeren ausgeruht wurde. Doch damit dürfte nun Schluss sein. «Wir werden uns für die Ausstellung in zwei Jahren intensiv der Werbung widmen», bestätigt der OK-Präsident. Ursachenforschung wurde bereits betrieben. Etliche Ausstellende hätten die Freizeitbetätigung gewechselt, etliche davon seien «outdoor gegangen», was eine weitere Teilnahme ausgeschlossen hätte. In den ersten Auflagen seien auch noch, eher unbemerkt, Händler beteiligt gewesen, deren Teilnahme man aber nicht mehr akzeptiert habe. Ein zentraler Ansporn für die Organisierenden ist zudem die Tatsache, dass sich die Ausstellung als eine Veranstaltung der Ortschaft Tübach bereits etabliert habe. «Für die Ausstellung in zwei Jahren sehe ich noch Potenzial, den Abwärtstrend zu stoppen», versichert der OK-Präsident.

Hobbyleute aus Keller locken

Der Porzellanmalerin Domenica Bentivoglio aus Rorschach, seit den Anfängen in der Ausstellung dabei und damals auch Mitorganisatorin, ist es ein Anliegen, dass der aktuelle Trend gestoppt und die Ausstellung mit neuem Elan in einen Aufwärtstrend geführt wird. «Es war uns damals ein Anliegen, die Hobbyleute aus den Kellern herauszulocken, um hier ihre Freizeitbetätigung vorzustellen», sagt die engagierte Porzellanmalerin. Sie würde es bedauern, wenn aufgrund der Beteiligung das Aus der Veranstaltung bald Tatsache würde. Für sie stehe aber die Präsentation ihrer Leidenschaft im Mittelpunkt. Seit 28 Jahren betätigt sich Domenica Bentivoglio in der Porzellanmalerei, hat Kurse besucht, ihr Wissen damit erweitert und zu ihrem eigenen Stil gefunden. Wenn die Rorschacherin heute einigen Frauen in dieser Disziplin Kurse geben kann, so möchte sie diese Arbeit nicht als Geschäft betrachtet haben, sondern sie bewege sich noch immer im Freizeitbereich, der ihr aber viel Spass bereite.

Filigrane Kartonschlösser

Auf dem Ausstellertisch von Stefan Dörig aus Berg reihen sich filigrane, massstabgetreu hergestellte Gebäude. Perfekt verarbeitet steht die Dresdener Frauenkirche im Gestell, der Petersdom und auch der Berliner Reichstag im Massstab 1:400. Alles ist hergestellt aus den Modellbogen, welche ältere Besucher aus ihrer Schulzeit kennen. Doch ein Unterschied besteht: Stefan Dörig arbeitet auf hohem Niveau. Halbheiten genügen ihm nicht und nach oben, punkto Schwierigkeitsgrad und Grösse, sind fast keine Grenzen gesetzt. Der Hobby-Hausbauer erklärt, dass solche Bogen schon vor 500 Jahren bekannt waren und er heute Produkte aus fünf Ländern verarbeite. Angefangen habe er in der Schule mit den Bogen des Pädagogischen Lehrervereins Zürich. Im Erwachsenenalter lernte er die Highlights kennen. Zum Beispiel das Modell der Prager Burg, das im fertigen Zustand 160 Zentimeter Grösse erreicht. Für Dörig, beruflich Mitarbeiter des Steueramts Arbon, ist sein Hobby ein willkommener Ausgleich. «Bei dieser Arbeit kann ich abefahre.»

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