Nach der Schliessung des Klosters in Tübach: «Im Notkersegg rücken wir gerne etwas zusammen»

Sieben Ordensfrauen leben heute im Kloster Notkersegg. Mit der Umsiedlung der Tübacher Schwestern werden es ab April fast doppelt so viele sein. Für Oberin Schwester Manuela war von Anfang an klar, die Mitschwestern aufzunehmen.

TAGBLATT / Marion Loher

Wie werden die sechs Schwestern aus St.Scholastika im Kloster Notkersegg leben?

Genauso wie wir. Das heisst, sie haben den selben Tagesablauf und das gleiche Programm. Sie werden ganz in unsere Gemeinschaft integriert. Gleichzeitig behalten sie aber ihren Status als Gastschwestern.

Was heisst das?

Die Kapuzinerinnen aus St. Scholastika waren in den vergangenen 60 bis 70 Jahren vor allem als Tübacher Ordensschwestern bekannt. Den Namen behalten sie, auch wenn sie künftig bei uns leben. So können sie sich ein Stück Heimat bewahren.

Wo werden die «neuen» Kapuzinerinnen wohnen?

Mitten unter uns. Jede von ihnen bekommt im Kloster Notkersegg ihr eigenes kleines Zimmer, das bei uns auch Zelle genannt wird. Zudem stellen wir den Ordensschwestern einen Raum zur Verfügung, wo sie sich zurückziehen und ihre Gemeinschaft pflegen können.

Waren dafür bauliche Massnahmen nötig?

Nein, wir haben vor rund zwei Jahren, als wir die Pflegeabteilung bauten, auch fünf Zellen renovieren lassen. Und wie es der Zufall will, sind es jetzt gerade fünf Schwestern, die zu uns kommen und eine neue Unterkunft brauchen. Eine betagte Ordensschwester wird direkt in die Pflegeabteilung wechseln. Für jene Schwestern, die pflegebedürftig werden, hat die Umsiedlung einen weiteren Vorteil: Dank unserer eigenen Pflegeabteilung müssen sie künftig keinen weiteren Ortswechsel mehr durchmachen.

Was haben Sie gedacht, als Sie von der Schliessung des Klosters in Tübach gehört haben?

Im ersten Moment war ich natürlich sehr traurig. Mit der Auflösung des Klosters St.Scholastika geht für den Orden, für die Schwestern und die Region ein riesiger Schatz verloren. Für uns aber war von Anfang an klar, dass wir die Tübacher Schwestern aufnehmen werden. Wir rücken gerne ein Stück zusammen und können dadurch auch unsere Ressourcen bündeln.

Was meinen Sie konkret?

Wir können uns im Alltag besser unterstützen. Ausserdem sind wir zusammen stärker im gemeinsamen Gebet.

Haben Sie die Ordensschwestern aus Tübach schon vorher gekannt?

Ich kenne die eine oder andere von der Kapuzinerinnen-Föderation. Unsere Gemeinschaften haben denselben Ordensgründer und dieselbe Spiritualität. Natürlich hat jedes Kloster seine eigene Tradition entwickelt, aber im Herzen sind wir gleich.

Wird es eine spezielle Begrüssung für die «neuen» Schwestern geben?

Eine besondere Begrüssung ist nicht geplant. Aber in Tübach gibt es am 24.März einen besonderen Abschied.

 

 

 

 

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