Mit Car und Schiff zur reichen Insel Reichenau

Der diesjährige Seniorinnen- und Seniorenausflug führte die Tübacher Gesellschaft an den Untersee nach Gottlieben und auf die Insel Reichenau. Bei herrlichem Spätsommerwetter genossen knapp 80 Personen die Fahrt ins Blaue.

Text: Fredi Kurth

Es gibt in Tübach einen guten Grund, sich möglichst rasch pensionieren zu lassen: den alljährlichen Seniorenausflug, Vergnügungs- und Bildungsreise zugleich. Diesmal, am 8. September, hiess die Frage: Österreich oder Deutschland? Mit dem Hinweis, ID oder Pass mitzunehmen, schied der Säntis für die Fahrt ins Blaue schon einmal aus. Als der doppelstöckige Ebneter-Car beim Meggenhus-Anschluss Richtung Arbon abschwenkte, war zumindest diese Frage beantwortet. Dem Gefährt entstiegen in Gottlieben am malerischen Untersee nicht weniger als 75 Passagiere, um in der «Drachenburg» Kaffee und Gipfeli zu geniessen. Dabei erfuhr die Schar von Gemeindepräsidentin Lisa Raduner, einer Hornerin, viel Interessantes über Ort und Geschichte einer der kleinsten Gemeinden der Schweiz. So war einst der tschechische Reformator Jan Hus im Schlossturm eingekerkert.

Schon auf der Fahrt zum Untersee hatte sich das Tübacher Reisemanagement mit Gemeindepräsident Michael Götte und Gemeinderätin Birgit Koster Schöb für eine Programmänderung entschieden: Aufgrund des prachtvollen Wetters ging es mit dem Schiff statt mit dem Car auf die Insel Reichenau. Im Hotel Insel-Hof servierte das flinke Personal zum Mittagessen fangfrischen Fisch und knackigen Salat. Nach dem Dessert Art «heisse Liebe» und dem Kaffee holte der Car die Gesellschaft für eine Inselrundfahrt ab. Das Spezielle: Insel-Hof-Gastgeberin Frau Ott-Penzkofer war auch versierte und redselige Reiseleiterin. In der 888 erbauten Katholischen Kirche St. Georg erklärte sie anhand der acht grossflächigen Wandbilder Wundertaten von Jesus. Der Name der Insel Reichenau lässt sich wohl nicht zuletzt mit deren Reichtum an Geschichte und prächtig wachsendem Gemüse erklären und nicht mit jenem Engel, der nach der Schöpfung Gottes gesagt haben soll: «Jetzt reicht’s aber». Frau Ott hatte zur guten Unterhaltung noch weitere Schauermärchen auf Lager, ehe die Seniorinnen und Senioren den Ausblick vom höchsten Punkt der Insel und den Nachmittagsapéro im Restaurant beim Yachthafen genossen.

Aufgrund des gelungenen Anlasses war den Organisatoren, den Tübacher Behörden und der Gemeindeverwaltung, der Dank der Teilnehmenden gewiss. Bei der Rückkehr allerdings hatten noch nicht alle genug und strebten nach dem sonnigen Tag der «Sonne» zu, die meisten jedoch den Hausgöttern in den eigenen vier Wänden, mit einer von Götte überreichten Gottlieber Hüppe in der Hand.