Millionen für Abwasseranlagen

Der Abwasserverband von acht Gemeinden in der Region Rorschach-Arbon muss Anlagen sanieren und zusätzliche bauen. Die DV bewilligt für 2016 und weitere Jahre gut acht Millionen Franken.

TAGBLATT / Fritz Bichsel

An der Budgetversammlung in Arbon wertet der Arboner Stadtpräsident Andreas Balg als Verbandspräsident die Reinigungsanlage Morgental in Steinach und das Abwassernetz in der Region als «Erfolgsgeschichte». Die Delegierten von Mörschwil, Tübach, Horn, Arbon, Berg, Roggwil und Egnach bestätigen das mit einhelligem Ja zu Kreditanträgen.

Entwässerungsplan erneuern

Für jede Liegenschaft muss gesteuert werden, wohin und wie Regen- und Abwasser abfliesst. Dafür lässt der Abwasserverband Morgental nun für sein Gebiet einen neuen, der baulichen Entwicklung angepassten Generellen Entwässungsplan (GEP) erarbeiten durch Ingenieure. Dafür bewilligen die Delegierten 725 000 Franken.

Damit Wasser durch das nach Plan erstellte Netz in die ARA gelangt und diese nicht überschwemmt, braucht es Sonderbauwerke wie Regenbecken und im Gebiet mit wenig Gefälle Hebewerke und Pumpen. Diese sind sanierungsbedürftig. Für Erneuerung oder Ersatz auch für bessere Energieeffizienz ist nun ein Rahmenkredit von 3,7 Mio. Franken genehmigt.

Für 1,3 Mio. wird nächstes Jahr gebaut. Das gesamte Investitionsbudget für 2016 steigt damit auf 5,3 Mio. Franken (Vorjahr 4,6 Mio.) Auch in den folgenden Jahren muss der Verband investieren, wie Geschäftsführer Roland Boller erläutert: für eine weitere Reinigungsstufe, damit gemäss Bundesgesetz auch Hormone, Medikamentenrückstände und weitere Mikroabfälle nicht mehr in Gewässer gelangen, oder in den Ausbau der biologischen Reinigung.

Wasserreinigung erweitern

Investitionen bewirkten auch Einsparungen, wie beim Schlamm dank Trocknung statt Transport in flüssiger Form, oder höhere Erträge aus Energie. Trotzdem steigen die Betriebskosten. Für die Gemeinden und damit die Einwohner und Betriebe bleibt der Preis aber mindestens vorerst unverändert. Der Verband verrechnet ihnen 2016 wie seit 2001 in jedem Jahr 5,3 Mio. Franken. Schwankungen werden aufgefangen durch Entnahmen aus der Reserve oder Einlagen in diese. Ob der Ansatz auch in Zukunft so belassen werden kann, werden Berechnungen bis in einem Jahr zeigen.

Michael Eugster vom Amt für Umwelt des Kantons St. Gallen informiert die Delegierten über die Wasserqualität der Steinach. Diese ist markant besser, seit gereinigtes Abwasser aus dem Osten von St. Gallen und aus Wittenbach nicht mehr in dieses Flüsschen geleitet wird, sondern in die ARA Morgental.

Fische wieder geniessbar

Der Wasserfachmann kann berichten, dass sich seit der Bilanz nach einem Jahr im Sommer der Zustand noch verbesserte: Weitere Kleinlebewesen seien zurückgekehrt und Fische wieder geniessbar. Und es zeige sich, dass die deutlich kleinere Wassermenge auch in Trockenzeiten genüge.

Wasserqualität der Steinach: www.wasser.sg.ch
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