«Kellen»-Betrieb hat sich eingespielt

Um das Restaurant Kellen in Tübach ist es ruhig geworden. Während der Ferien ist die Beiz gar geschlossen.

TAGBLATT

Es ist heiss. Der Spielplatz auf dem Begegnungsplatz Kellen in Tübach wirkt wie leergefegt. Ein Stück weiter, beim Restaurant Kellen, ist Anita Eugster gerade dabei, die Fenster des Restaurants zu putzen.

Trotz der geringen Kundschaft während der heissen Tage, hat sie das Restaurant geöffnet. «Vereinzelt verirrt sich ja doch der eine oder andere hier her», sagt sie und lacht. «Aber man merkt, dass jetzt viele in der Badi sind.» Auch die beginnende Ferienzeit würde sie schon spüren.

Abends länger offen bleiben

Nach dem Knatsch um die Pachtvergabe gab der FC Rorschach-Goldach 17 Anfang des Jahres bekannt, dass Anita Eugster das Restaurant für den FC führen wird. Eine Bitte der umliegenden Gemeinden zu diesem Zeitpunkt war, dass sich die Öffnungszeiten nicht nur an Vereinszeiten oder Fussballspielen orientieren würde. Dienstags bis freitags hat Anita Eugster daher das Restaurant ab 14 Uhr geöffnet. Samstags und sonntags gar ab 9 Uhr. Montags ist ihr Ruhetag. Ob sie bereits einmal auf die Öffnungszeiten angesprochen wurde? «Nein, bisher nicht», sagt sie etwas verdutzt. «Da gab es keine Nachfragen.» Die Öffnungszeiten habe sie so gelegt, dass sie vor allem während des nachmittags geöffnet hat. Das seien die Hauptzeiten auf dem Spielplatz.

Die Kinder kämen vor allem gerne für eine leckere Abkühlung. «Ein absoluter Renner ist derzeit das Softeis», sagt Eugster. Die Maschine habe sie rechtzeitig zu Ostern geliefert bekommen. Seitdem ist sie im Dauereinsatz. «Aber auch die Cheeseburger sind sehr beliebt. Vor allem bei Jugendlichen», sagt sie weiter. Ein Mittagsmenu bietet die Gastronomin nicht an. Dafür seien ihre Pastabuffets sehr gefragt. «Da mache ich etwa Spaghetti mit verschiedenen Saucen», sagt die Pächterin. «Das kommt gut an. Das mache ich aber nur zu besonderen Anlässen.» Bei der Leitung des Restaurants sei ihr wichtig, dass sie die Besucher abends nicht aus dem Restaurant verscheuchen müsste. «Mit den Öffnungszeiten ab 14 Uhr, bin ich während der Hauptzeiten da und kann abends flexibel bleiben», sagt sie. Würde sie morgens bereits früh öffnen, müsste sie auch früher schliessen.

Eine Aushilfe wäre zwar machbar, man müsse aber auch immer abwägen, ob dies rentabel sei. «Ich habe mir aber auch schon überlegt, ob ich die Öffnungszeiten nach der Saison im November nicht umkehren sollte», sagt Eugster. «Das kommt aber wirklich auf die Nachfrage an.» Sie wolle daher erst noch abwarten und allenfalls im Herbst entscheiden.

Auch beim Zweckverband Regionale Sport- und Erholungsanlagen Kellen Tübach, dessen Vorsitz Dominik Gemperli innehat, sei bisher keine Beschwerde oder Aufforderung eingegangen, die Öffnungszeiten neu einzupassen. Aufgrund der Feiertage an Pfingsten gab es einmal die Anfrage, ob man nicht einmal einen Ruhetag mit einem Arbeitstag tauschen könne. Ähnliches kann auch Michael Götte, Gemeindepräsident von Tübach berichten. Er habe bereits seit längerem nichts mehr bezüglich Beschwerden über das Restaurant gehört. «Die Öffnungszeiten waren anfangs die grosse Angst», sagt er. «Das hat sich aber bisher nicht bestätigt.» Ob das Restaurant früher aufmachen sollte, könne er nicht beurteilen: «Es geht da vielmehr um die Frage, was für die Konsumentinnen und Konsumenten zufriedenstellend ist», sagt er.

Eine Mutter mit ihren Kindern kommt ins Restaurant und holt Glace. Die einzigen Besucher, die an dem Tag etwas länger bleiben, ist ein älteres Ehepaar. Daher hat sich Anita Eugster dazu entschlossen, während der Ferien das Restaurant zu schliessen. «Ich habe einfach zu wenig Nachfrage», sagt sie.

Bild: Während der Sommerferien bleibt das Restaurant zu.

Posted in: