Junge schreiben Wunschzettel

An einem Workshop durften Jugendliche Wünsche zum Freizeitangebot der Gemeinde äussern. Gemeindepräsident Michael Götte freut sich über die Bescheidenheit der Jungen.

TAGBLATT/Fritz Heinze

An jenem Abend hatte er Bedenken: Der Tübacher Gemeinderat und Leiter der Arbeitsgruppe Jugend, Niklaus Stadelmann, war unsicher, ob genügend Teilnehmer zum Workshop erscheinen werden. Dieser fand am Montagabend in der Mehrzweckhalle Tübach statt. Jugendliche ab der 5. Klasse sowie Eltern und alle, die einen speziellen Bezug zur Jugend haben, waren eingeladen, um über die Bedürfnisse und Vorstellungen von Jugendlichen in der Gemeinde zu diskutieren.

Das Interesse schien vorhanden zu sein, die Angst von Gemeinderat Stadelmann unbegründet: Rund 20 Teilnehmende jeglichen Alters sassen bei Beginn des Anlasses an den Tischen. Darunter auch Johanna Brandstetter und Stefan Tittmann von der Fachhochschule St. Gallen, die das Projekt vorbereitet hatten. «Wir haben den Prozess strukturiert, die Bevölkerung ist für die Inhalte zuständig», sagte Tittmann. Vertreten waren die Jugendgruppen, die Lehrerschaft, die Elterngruppe sowie der Pfarreirat.

Nur machbare Vorschläge geäussert

Sowohl in der Mittel- als auch in der Oberstufe wurden im Vorfeld des Workshops Umfragen gemacht. Welche Vorstellungen punkto Gerätschaften und Einrichtungen für den Freizeitbereich hat die Jugend? Die Resultate wurden im Workshop ausgewertet. Die 5.- und 6.-Klässler hoffen unter anderem auf eine Rampe für Skateboards, einen zweiten Pingpongtisch, eine Graffitiwand, einen Znüni-Kiosk und ein Trampolin.

Wichtige Themen und konkrete Ideen sammelte Stefan Tittmann gegen Ende des Workshops an zwei Wandtafeln. Es war eine klare Übersicht, Vorschläge, die realisierbar sind. Doch man war sich auch bewusst, dass mehr hinter dem Umsetzen der Ideen steckt. Tittmann forderte die Anwesenden dazu auf, beim Umsetzen der konkreten Ideen das Ihrige beizusteuern.

Gemeindepräsident Michael Götte nahm das Ergebnis gut auf: «Ich bin happy, wie bescheiden die Wünsche der Jugendlichen sind. Diese Vorschläge können wir bestimmt realisieren.» Mit gewissen Einschränkungen beurteilte er jedoch den Wunsch nach einem Jugendraum, der aus seiner Sicht gut eingerichtet werden soll. Ebenfalls zurückhaltend äusserte er sich zum Wunsch nach einem Veloständer: «Wir müssen in dieser Sache bezüglich der Standortfrage die Situation beim öV und der Zentrumsüberbauung berücksichtigen.»

Zufrieden aus dem Saal ging auch Barbara Zollikofer, Präsidentin der Elterngruppe: «Das Ergebnis des Abends finde ich super. Es ist auch gut zu wissen, dass wir in der Gemeinde diesbezüglich auf gutem Weg sind. Und dass wir nicht so viel benötigen, um das Ziel zu erreichen.»

Den Anstoss zu diesem Workshop lieferte im Sommer 2015 ein Projekt des Kantons St. Gallen, welches in der Folge auf die Gemeinde Tübach heruntergebrochen wurde. Die Umsetzung der Ideen im Projekt Jugend sieht Gemeindepräsident Götte bis Ende 2017. Parallel zur Jugend wird im Oktober dieses Jahres die Arbeit beim geplanten Projekt für das Alter beginnen.

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