Ersatz der Brücke über den Häftlibach

Tübach Aktuell

Viele Tübacherinnen und Tübacher benutzen fast täglich die Brücke über den Häftlibach an der Ruhebergstrasse. Das Bauwerk bleibt dabei meist unbeachtet, was grundsätzlich ein gutes Zeichen für die Zweckmässigkeit und den Zustand der Brücke ist. Sie wird aus Sicht der Verkehrsteilnehmer weder als Hindernis wahrgenommen, noch leidet sie an offensichtlichen Mängeln, die bei der Benützung auffallen würden. Aus Sicht der Gemeinde Tübach als Eigentümerin der Brücke sieht das etwas anders aus: der Übergang befindet sich schon viele Jahre auf der Pendenzenliste. In der Vergangenheit stufte man die Priorität des Vorhabens aber mehrmals zurück. Wohl auch im Wissen darum, dass es sich bei der Häftlibach-Brücke um einen eigentlichen Knotenpunkt sämtlicher Werkleitungen handelt, was ein Sanierungsprojekt mit erheblichem Mehraufwand verbindet.

Der Gemeinderat beauftragte im Herbst 2015 das Ingenieurbüro Furrer + Partner AG, Steinach, den Zustand der Brücke statisch und optisch zu überprüfen. Dem entsprechenden Bericht war zu entnehmen, dass die über 50jährige Brücke (Baujahr 1960) zahlreiche Mängel aufweist. In statischer Hinsicht wurde bereits im Jahr 2001 festgestellt, dass die Tragsicherheitsbedingungen bei höheren Lasten als 15 Tonnen nicht mehr erfüllt sind. Eine solche Beanspruchung liegt heute nahezu beim Bruchwert. Die Überprüfung hat in Bezug auf den Lastfall eines 28-to-Fahrzeuges (Beton- oder Kehrichtfahrzeug) ergeben, dass die geforderte Tragsicherheit nicht mehr eingehalten werden kann. Dass sich bis heute noch kein Schaden ereignet hat, misst der Ingenieur dem Umstand bei, dass die Brücke jeweils nur mit einer Achse eines schweren Fahrzeuges befahren wird (keine kreuzenden Lastwagen). Der Gemeinderat hat nun an seiner letzten Sitzung entschieden, die Sanierung der Häftlibach-Brücke langfristig auszurichten und einen Ersatzbau zu planen. Im Zugeder weiteren Abklärungen und unter Berücksichtigung der Anforderungen des Wasserbaus hat sich schliesslich ergeben, dass der Brücken-Durchlass bzw. das Gerinne im Bereich der Brücke vergrössert werden müssen. Aufgrund der Naturgefahrenkarte müssen die Anforderungen an ein 100jähriges Hochwasserereignis eingehalten werden, was eine Verbreiterung der Brücke um rund 3 Meter erfordert. Zudem müssen sämtliche Werkleitungen (Wasser, Abwasser, Elektrizität, Telefon/ TV), die im Dücker knapp unter der Bachsohle liegen, erneuert bzw. aufwändig neu verlegt werden. Die Verbreiterung der Brücke wirkt sich auch auf das Strassenniveau, die Randabschlüsse und den Verlauf des Häftlibachwegs aus. Damit kein wesentlicher Landerwerb nötig wird, mussteeine aufwändige Betonkonstruktion für den ersten Teil des Häftlibachweges gewählt werden. Für die beiden Teilprojekte «Ersatz Brücke» und «Sanierung Gerinne» haben die Ingenieurbüros Kosten von rund 1,1 Mio. Franken veranschlagt. CHF 230‘000 würden den Werken (Abwasser, Wasser) belastet und können dort über vorhandene Reserven finanziert werden. Der Gemeinderat beantragt der Bürgerschaft anlässlich der kommenden Bürgerversammlung, aus dem Gewinn 2016 eine Vorfinanzierung im Umfang von CHF 400‘000 für das Projekt Häftlibach-Brücke zu bilden. Somit verbleiben rund CHF 500‘000, die in 25 Jahren abgeschrieben werden müssen. Das detaillierte Gutachten zum Kreditantrag finden Sie im Amtsbericht 2016, der anfangs März in alle Haushalte zugestellt wird. Zudem können die Projektpläne auch online auf unserer Homepage www.tuebach.ch / Online-Schalter / Kanzlei / Öffentliche Planauflage eingesehen werden.

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