Entschleunigt unterwegs

Ein wolkenloser Himmel. Die Mittagssonne brennt erbarmungslos auf die helmbedeckten Köpfe der etwa 30 000 Velofahrer und Skater. Sie nehmen am 14. slowUp teil. Der autofreie Rundkurs misst 42 Kilometer und führt durch neun Gemeinden, auch durch Tübach.

TAGBLATT / Ramona Riedener

Sportliche Velofahrer

Glücklich, wer pünktlich um 10 Uhr gestartet ist und es sich nun in der Mittagszeit im Schatten auf dem Festplatz beim Tübacher Restaurant Sonne bei einem kühlen Getränk und feinen Fischknusperli gemütlich machen kann. Die Musikgesellschaft Tübach-Horn, sie spielt zum Frühschoppen auf, lockt aber auch Besucher an, die ihr Pensum noch nicht absolviert haben. Nicht alle sind ehrgeizig und wollen den Parcours unter allen Umständen schaffen. Es geht ihnen um Spass, Langsamkeit und Musse. «Es isch so heiss und i ha Durscht», jammert ein kleiner Knirps, der mit seinen Eltern unterwegs ist. Der junge Biker ist noch etwas unsicher auf seinem Velo und deshalb sichtlich froh, dass seine Eltern dem Zwischenhalt zustimmen.

Ihr Pensum geschafft haben Alexia (17) und Nadia (19) Bronwasser aus Mörschwil. Die Schwestern, ganz sportlich mit Radlerhose und Tricot, waren etwa dreieinhalb Stunden unterwegs. Früher haben sie die Tour zusammen mit ihren Eltern gemacht. Dieses Mal waren sie zum ersten Mal alleine unterwegs. «Das ist ein schöner Anlass für Jung und Alt. Jeder kann sein Tempo selber bestimmen. Und dann die herrliche Landschaft am See. Die beiden jungen Frauen schwärmen. Und winken beim Stichwort Hitze ab. Der Fahrwind sei sehr angenehm, und zwischendurch gäbe es ja Stände mit verschiedenen Erfrischungen.

Verständnisvolle Autofahrer

Im Schatten beim Tübacher Kreisel steht Marcel Naegler aus Rheinau. Er ist einer der etwa 500 freiwilligen Helfer des slowUp Bodensee. Seine Aufgabe ist, die slowUp-Strecke autofrei zu halten. «Trotz entsprechender Signalisierung gibt es Autofahrer, die von diesem Event nichts mitbekommen haben und über diese Strasse an den See wollen. Wenn man es ihnen erklärt, dass sie heute den Umweg über Wittenbach und Amriswil machen müssen, um bei Romanshorn ans Seeufer zu kommen, reagieren sie aber meist verständnisvoll.»

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