Die Bösen kommen ins Dorf

Kurz, Übersprung, Brienzer, Hüfter, Buur oder Wyberhaagge – diese Ausdrücke werden zu hören sein, wenn am 21. Mai 2016 das St.Galler Verbandsschwingfest in Tübach stattfindet.

TAGBLATT / Rudolf Hirtl

Die Tour de Suisse war bereits zu Gast, als Tübach 2011 Startort der zweitletzten Etappe des grössten Radrennens der Schweiz war. Und nun werden in Tübach erstmals in der Geschichte des Dorfes auch einige Böse anlässlich des St. Galler Verbandsschwingfests erwartet. Den Hinweis für jetzt vielleicht leicht irritierte Nichtschwinger liefert die online-Fachseite Schlussgang: «Schwinger werden öfters als Böse bezeichnet. Der liebevoll gemeinte Begriff gilt den stärksten Schwingern im Lande. Da es keine Definition darüber gibt, wer als Böse gilt, werden heute alle Schwinger mit eidgenössischem Kranz mit diesem Begriff beschrieben.»

Nachwuchs- und Eliteschwinger

Und davon werden am 21. Mai des kommenden Jahres einige erwartet. «Die Anmeldungen für das Schwingfest erfolgen zwar erst. Aber ich rechne damit, dass Dani Bösch und drei bis vier weitere Eidgenossen an den Bodensee kommen werden», sagt Marcel Gächter, Präsident vom Schwingerverband St. Gallen und Umgebung, der für die Durchführung verantwortlich ist. Laut Gächter werden auf der «Tschuttiwiese» an der Schulstrasse am Nachmittag fünf Sägemehlringe für den Nachwuchs eingerichtet, der von 10 bis 17 Uhr sein Können zeigen wird. Am Abendschwingen von 17 bis 22 Uhr werden dann die Eliteschwinger auf vier Ringen um den Festsieg kämpfen.

Dorffest mit allen Vereinen

Den Weg nach Tübach gefunden hat das Verbandsschwingfest über Gemeindepräsident Michael Götte. Dieser ist seit Anfang Jahr Präsident der IG Esaf 2025. Diese will das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest, das 1980 letztmals in St. Gallen stattgefunden hat, im Jahr 2025 erneut in die Olma-Stadt holen. Die St. Galler Regierung hat dafür 150 000 Franken für eine Machbarkeitsstudie gesprochen. «Durch mein Engagement in der IG kann ich mein Wissen über den Schwingsport vertiefen und und erhalte auch Einblick in die Arbeit der Verbände. Als ich gehört habe, dass für das Verbandsschwingfest noch ein Austragungsort gesucht wird, war der Fall für mich klar», so Götte.

Die Funktion des OK-Präsidenten hat der Tübacher Gemeinderat Niklaus Stadelmann übernommen. «Es wird auf jeden Fall ein Festzelt geben und wir planen für die Bevölkerung ein Dorffest», sagt er. Genaueres dazu kann er aber erst nach der nächsten OK-Sitzung vom 24. November mitteilen. Für ihn und auch Gemeindepräsident Michael Götte ist wichtig, dass alle Vereine im Dorf vom Anlass profitieren können. Daher freuen sie sich auch, dass neben Schwingverband und Gemeinderat auch Vereinsmitglieder im OK vertreten sind.