Chance im Gemeinderat nutzen

Neben Tamara Urech kandidiert auch Adrian Weiersmüller für den freiwerdenden Sitz im Tübacher Gemeinderat. Der 33-Jährige will sich für den Erhalt von ortsnahen Betrieben einsetzen und sich im Ressort Technische Betriebe betätigen.

«Ich wähle Papi», steht auf dem Strampler, der im Büro von Adrian Weiersmüller hängt. Wer neben seinem einjährigen Sohn Ennio am 28. September noch für ihn stimmen wird, wird sich zeigen. Der Inhaber und Geschäftsführer der Garage Weiersmüller AG will den Einzug in den Tübacher Gemeinderat schaffen. «Die Motivation für die Kandidatur sehe ich besonders in der Tatsache, dass ich Tübach als meinen Lebensmittelpunkt betrachte und mich hier verwurzelt fühle.»

Lieber klein und fein

Adrian Weiersmüller wuchs in Goldach auf. Einen grossen Bezug zu dieser Gemeinde hatte er jedoch nie. «Ich war in meiner Kindheit oft in Tübach, da meine Eltern die Garage hier führten.» Vor siebeneinhalb Jahren zog er dann hierher. «Die Gemeinde gefällt mir sehr. Sie ist klein, übersichtlich und ländlich. Man ist schnell in der Stadt St. Gallen wie auch am See.» Der 33-Jährige ist seit zwei Jahren mit seiner Frau Claudia verheiratet. Vor einem Jahr kam ihr Sohn Ennio zur Welt. Seine Freizeit verbringt er am liebsten mit Biken, Reisen und seiner Familie. Nebenbei wirkt er als aktives Mitglied in der Feuerwehr Goldach mit. Anfang 2012 übernahm er das Unternehmen seiner Eltern und überführte dieses in die Garage Weiersmüller AG.

Gemeinde soll attraktiv bleiben

Dass ein Sitz im Gemeinderat frei wird, wusste Weiersmüller schon länger. «Der abtretende Gemeinderat Peter Ammann hatte dies früh kommuniziert und kam auf mich zu, ob das nicht etwas für mich wäre. Ich war mir überhaupt nicht sicher, ob ich dieser Aufgabe gewachsen bin», so der Kandidat. Er habe lange darüber nachgedacht, bevor er sich gemeldet habe. «Ich nehme diese Herausforderung nun gerne an. Wenn es schon einmal so eine Chance gibt, dann muss ich diese nutzen. Meiner Ansicht nach kann man nur wirklich etwas bewirken, wenn man auch im Gemeinderat ist.»

Ausserdem interessiere ihn das Ressort Technische Betriebe. «Alles, was mit Elektrizität und auch Wasser zu tun hat, finde ich sehr spannend. Durch meinen Beruf bin ich sehr eingearbeitet in diese Thematik.» Einiges Wissen würde er sich aber noch aneignen müssen. Weiersmüller ist zudem seit zwei Jahren im Gewerbeverein tätig. «Tübach ist ein guter Standort für die verschiedensten Gewerbe, von denen viele Leute hier nichts wissen», sagt er und fügt hinzu: «Als Gewerbler ist mir diese Seite Tübachs enorm wichtig.» Nach Meinung des Automobildiagnostikers bedürfen das Handwerk und Gewerbe besonderer Aufmerksamkeit. Er wolle sich für den Erhalt von Betrieben und ortsnahen Arbeitsplätzen einsetzen. «Wohnen und Arbeiten am Ort ist eine wichtige Zielsetzung. Gewerbebetriebe tragen wesentlich zur Attraktivität von Wohnen und Gewerbe bei.»

Konkurrenz macht es spannend

Sein Umfeld habe die Kandidatur sehr gut aufgenommen. Ihm ist es wichtig, dass seine Familie hinter ihm steht und sein mögliches Amt nicht als eine Mehrbelastung empfinde. Warum es nicht zu einer Mehrbelastung kommt, weiss Weiersmüller. «Tübach ist sehr überschaubar. Durch den Umstand, dass ich hier lebe und arbeite, bin ich schnell vor Ort.»

Wie reagierte er, als er erfuhr, dass auch Tamara Urech kandidieren wird? «Ich finde es spannend, eine Mitstreiterin zu haben. Falls ich gewählt werde, weiss ich, dass ich mich gegen eine Konkurrentin beweisen konnte.» Weiersmüller sieht seine Vorteile vor allem in seiner Bekanntheit. «Die Tübacher kennen mich schon lange. Der Gewerbeverein hat mir seine Unterstützung zugesichert, worüber ich mich sehr freue.» Wie Urech ist auch Weiersmüller parteilos. «Die Wahl wird durch die Bevölkerung entschieden, und ich hoffe, dass ich meine Erfahrungen in den Rat einbringen kann.»

Am Mittwoch, 10. September, 20 Uhr, werden sich Adrian Weiersmüller und Tamara Urech anlässlich einer Podiumsdiskussion in der Mehrzweckhalle Arche in Tübach der Bevölkerung vorstellen.

Von: St. Galler Tagblatt / Perrine Woodtli