Bürgeranliegen brauchen Zeit

Die Tübacher Bürgerversammlungen von gestern abend bleiben als ruhig in Erinnerung. Die Bürger genehmigen die Finanzgeschäfte und müssen noch warten auf einen Bus nach Goldach, einen Veloweg oder eine Pfarreileitung.

TAGBLATT/Fritz Bichsel

Tübacherinnen und Tübacher kommen auch an die Bürgerversammlung, wenn keine besonderen Geschäfte anstehen. Gemeindepräsident Michael Götte kann 132 oder vergleichsweise hohe 14 Prozent der Stimmberechtigten begrüssen.

«Weiterhin moderat wachsen»

Von ihnen haben diesmal zwei ein Anliegen: Der Spielgruppe schneller mehr Platz zur Verfügung stellen, wofür der Gemeinderat aber ein Gesamtkonzept zur familienergänzenden Betreuung samt allfälliger regionaler Kindertagesstätte abwartet. Und entlang der gefährlich schmalen Schulstrasse zur Autobahn einen Velostreifen anlegen, was Thema wird beim anlaufenden Planen der Sanierung dieser Strasse durch den Kanton.

Die Rechnung der Gemeinde mit 240 000 Franken Einnahmenüberschuss bei 5,8 Mio. Aufwand und ihr Budget für 2015 mit gleichbleibendem Steuerfuss von 90 Prozent und 250 000 Franken Fehlbetrag bei 6,2 Mio. Aufwand genehmigen die Bürger einstimmig. Damit ist Tübach beim Steuerfuss in der Region nicht mehr im 1. Rang, aber kantonsweit weiterhin eine der günstigsten Gemeinden: hinter Balgach (85) und Mörschwil (neu 87, vorher 90 wie Tübach) im 3. Rang. Die gute Finanzlage lasse sich bewahren, wenn Tübach weiterhin moderat wachse, sagt der Gemeindepräsident.

Investitionen (mit Abschreibung über mehrere Jahre) sind für 2 Mio. budgetiert – hauptsächlich in die Schulanlage. Dieser Ausbau ist jetzt weitgehend ausgeführt. Michael Götte teilt mit, dass die Kosten genau dem Voranschlag von 5,5 Mio. Franken entsprechen. Ein bescheidener, jedoch besonderer Budgetposten von 75 000 Franken gilt Massnahmen für Verkehrsberuhigung auf der Aachstrasse, weil der Kanton einen der Fussgängerstreifen über die Schulstrasse aufhebt. Vorerst liess die Gemeinde den Streifen wieder auf diese Kantonsstrasse malen…

Weiter auf eine Buslinie warten

Zum Wunsch nach Wiederherstellung einer Busverbindung mit Goldach/Rorschach – nach der Aufhebung der Postautolinie Arbon–Rorschach durch den kantonalen Pool – informiert der Gemeindepräsident: Eine Schlaufe nach Tübach von der geplanten neuen Buslinie Eggersriet–Grub–Rorschacherberg ist wegen der Fahrzeit nicht möglich. Deshalb wird die Verlängerung einer Seebus-Linie von Goldach nach Tübach weiterverfolgt, wenn möglich mit Versuchsbetrieb ab Ende 2016.

Wechsel in Kirchenbehörden

Auch die Bürger der Katholischen Kirchgemeinde Tübach genehmigen ohne Diskussion und einstimmig die Rechnung – mit 36 700 Franken Defizit – und das Budget – mit 64 500 Franken bei gleichbleibendem Steuerfuss von 23 Prozent.

Präsident Marko Muzek teilt mit, dass sich vom Kirchenverwaltungsrat Armand Niedermaier und Monika Schneider für die nächste Amtsperiode nicht mehr zur Wahl stellen und bei den Wahlen im September auch zwei Mitglieder der GPK ersetzt werden müssen. Die Pfarrei geht im Verlauf des Aprils neu ins Internet: mit einer Webseite (www. pfarrei-tübach) wie die anderen Pfarreien des Seelsorgeverbandes Steinerburg. Dieser Verband muss für die Anstellung von Personal zusätzlich einen regionalen Zweckverband der Kirchgemeinden gründen.

Für die eigene Pfarrei muss der Präsident mit Bedauern informieren, dass die Pfarreileitung Tübach wegen des Personalmangels weiterhin nicht besetzt werden kann.

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