Biken mit Löwen und Antilopen

Das Cape Epic gilt als härtestes Mountainbike-Rennen der Welt. Gelände, Hitze und wilde Tiere verlangen den Fahrern alles ab. Mittendrin der Rorschacher Christof Bischof und der Tübacher Kurt Plachel.

TAGBLATT / Ruedi Hirtl

Beim Cape Epic in Südafrika quälen sich die Starter in acht Tagen über staubig-steinige 691 Kilometer und Tausende von Höhenmetern. Nicht umsonst gilt das Etappenrennen als «Tour de France des Mountainbikens». Beim diesjährigen Rennen, das am 19. März in der Küstenstadt Hermanus startet, quälen sich auch zwei Biker aus der Region Rorschach über die acht Etappen. Sie werden dabei über 15000 Höhenmeter erklimmen.

«Dumm gelaufen», scherzt Christof Bischof, der in Rorschach den Laden Bischi-Bikes betreibt, auf die Frage, wieso er sich das beinharte Rennen am Kap der guten Hoffnung antut. Der 39-Jährige, der sich vor drei Jahren aus der Profiszene verabschiedete, hat sich im vergangenen November «verplaudert». Da hat er nämlich mit dem Tübacher Kurt Plachel in Appenzell trainiert und sich auf dem Bike zu einem unbedachten Spruch hinreissen lassen. «Mit dir würde ich auch am Cape Epic teilnehmen, habe ich gesagt, als mir Kurt Plachel vom Rennen vorschwärmte, das er 2014 als Finisher beendet hat.» Der 62-jährige Plachel traute dem Braten jedoch nicht und liess sich die Zusage von «Bischi» sogleich schriftlich bestätigen. «Ich habe mich sozusagen mit einem Bierdeckelvertrag für das Rennen verpflichtet», sagt Bischof lachend.

Bei Abfahrt mit Antilope zusammengestossen

Die Streckenführung ist nicht nur extrem beeindruckend, sondern auch sehr gefährlich: Stürze, extreme Hitze, Überschwemmungen, wilde Tiere und natürlich die fast ständige Übermüdung bringen die Teilnehmer während der fünf- bis sechstündigen Etappen an ihre körperlichen und physischen Grenzen. Der Australier Robert Mennen etwa crashte vor vier Jahren im vollen Tempo in eine Antilope und musste das Rennen mit einer Schulterverletzung aufgeben. Der Sicherheit wegen wird dieses Abenteuer denn auch mit einem zuverlässigen Partner als Zweierteam in Angriff genommen. Plachel treibt Sport seit seinem 13.  Lebensjahr. Er fährt Rennvelo, geht Skifahren, und seit 27 Jahren widmet er sich auch dem Mountainbike-Sport. Ebenso wie «Bischi» bereitet er sich seit November intensiv auf das Cape Epic vor. «Im Januar war es bei minus 12 Grad schon hart», räumt der 39-Jährige ein. Es sei aber wertvoll, regelmässig mit dem «Bischi»-Team trainieren zu können. «Dadurch habe ich gesehen, dass ich wieder auf Augenhöhe bin mit unseren jungen Spitzenfahrern», so der Teamchef. Lange Zeit, sich zu akklimatisieren, hat er nicht. Er wird erst zwei Tage vor dem Etappenrennen anreisen, Plachel am 2. März.

Dass die beiden auf ihren Bikes eine gute Figur machen, dafür sorgt Designerin Daniela Bischof, die Ehefrau von «Bischi». Die Brasilianerin hat unter anderem für Quiksilver eine Herrenkollektion entworfen und war als Art Director des Sportmagazins «Go Outside» tätig. Das «Epic 17»-Bike hat sie im Nashorn-Look gestylt. Das Karbonrad ist mit allen erdenklichen Raffinessen ausgestattet und hat einen Wert von 10000 Franken.

«Ich habe mich auf einem Bierdeckel für das Rennen verpflichtet.» Christof Bischof, Mountainbiker, Rorschach

Posted in: