Aus nach 403 Jahren: Das Kloster St. Scholastika in Tübach schliesst

Die Kapuzinerinnen des Klosters St.Scholastika in Tübach fühlen sich nicht mehr in der Lage, das Kloster weiter zu führen. Die sechs Schwestern übersiedeln deshalb nach St.Gallen ins Kloster Notkersegg. Was mit der denkmalgeschützten Anlage in Tübach passiert, ist noch offen.

TAGBLATT

Es ist das Ende einer 403-jährigen Geschichte: Die sechs zumeist hochbetagten Schwestern des Klosters St. Scholastika in Tübach haben sich für einen Neuanfang entschieden und übersiedeln nach St. Gallen. Dies schreibt das Bistum St. Gallen in einer Medienmitteilung. «Die Kräfte der sechs verbleibenden Schwestern reichen nicht mehr aus, das Kloster weiter zu führen.»

Zwei der Tübacher Schwestern würden schon jetzt in der neuen Pflegeabteilung des Klosters Notkersegg betreut. Nach dem Umzug im April seien die acht Kapuzinerinnen also wieder vereint.

Wie die denkmalgeschützte Klosteranlage in Tübach in Zukunft genutzt wird, ist gemäss Mitteilung noch offen. «Schnelle Entscheide wird es nicht geben», wird Kanzler Claudius Luterbacher zitiert, der beim Bistum St. Gallen für mehrere Frauenklöster zuständig ist. Für die Betreuung und Überwachung der Gebäude seien Vorkehrungen getroffen worden, wertvolle Kulturgüter würden ausgelagert.

Die Geschichte des Klosters St.Scholastika

Das Kloster St.Scholastika wurde 1617 in Rorschach neu angesiedelt und entstand durch die Zusammenlegung der beiden Mörschwiler Waldschwesternhäuser Hundtobel und Steinertobel. Die Schwestern wurden in den damals jungen und modernen Kapuzinerorden eingebunden, einem Zweig der franziskanischen Orden. 1905 wurde in Tübach ein Neubau eingeweiht. Äusserlich ist der weit herum sichtbare Gebäudekomplex von romanischen und gotischen Elementen geprägt. Die Anlage steht unter Denkmalschutz. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Schwestern ständig zurückgegangen, heute leben noch sechs Kapuzinerinnen im Kloster.

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