Aus der Zeit, als jeder sein eigenes Süppchen kochte

Der Männerchor Tübach und die Musikgesellschaft Tübach-Horn brachten eine festliche Stimmung in die Kirchen.

BESCHWINGT ⋅ Am Adventskonzert in den katholischen Kirchen in Tübach und Horn stimmten der Männerchor Tübach und die Musikgesellschaft Tübach-Horn in die Weihnachtszeit ein. Vor 21 Jahren war’s das erste Mal.


Es war einmal in jener Zeit, als jedes Dorf noch eine kleine eigene Welt war und jeder sein eigenes Süppchen kochte. Damals als man noch nicht ausging ins Nachbardorf und schon gar nicht nach St. Gallen. Man verweilte im Dorf und ging in den Turnverein, den Fussballclub, die Musikgesellschaft, den Kirchenchor. So hatte jeder eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung und Kontakt zu Gleichgesinnten. Die Vereine hatten noch regen Zulauf und Mitgliederschwund, Vereinssterben und Fusionen waren noch keine Themen. Trotzdem wollten vor 21 Jahren zwei Tübacher Vereine mal was anderes machen und verfolgten die Idee eines gemeinsamen Konzertes. Kurz vor Weihnachten 1996 luden der Männerchor Tübach und die Musikgesellschaft Tübach-Horn, zur abendlicher Stund in die katholischen Kirchen nach Tübach und Horn ein. Damit legten sie den Grundstein für eine wunderschöne, gemeinsame Tradition.

Es soll eines der schönsten Adventskonzerte in der Umgebung sein, sind sich viele Horner und Tübacher einig. So wagen sie sich auch diesmal am Dezemberabend trotz Kälte, Nebel, Schnee und Sturm aus ihren warmen Stuben, um sich mit stimmungsvollen Liedern und Musikstücken auf Weihnachten einzustimmen. Während Eveline Sohm schon beim ersten Gemeinschaftskonzert die musikalische Leitung des Männerchors innehatte, war es für Armin Bischof, den Dirigenten der Musikgesellschaft, die Premiere. Vom ersten Takt an begeisterten die wunderschönen und kraftvollen Stimmen des Chors und die getragene und würdevolle Instrumentalbegleitung der Musikgesellschaft, als sie mit dem weltbekannten Song «You raise me up» das Konzert gemeinsam eröffneten.

Das Publikum aus der Reserve locken

Highlights im Programm der Musikgesellschaft waren das berühmte Hirtenlied mit Andreas Gresa als Solist auf der Klarinette und die Inszenierung von «Amazing Grace», mit Ueli Geisser auf dem Alphorn und Edith Popp auf dem Flügelhorn. Geradezu vorstellen konnte man sich die Schlittenfahrt durch das verschneite Petersburg beim beschwingt, fröhlichen Lied des Männerchors. Dass sie auch würdevoll singen können, bewiesen sie mit Liedern und besinnlichen Texten wie «Ein Jahr vergeht» und «Hymne an die Nacht».

Wie einst Whoopie Goldberg in «Sister Act»«den Nonnenchor aus der Reserve lockte, schafften es der Chor und die Musikanten mit dem Song «I will follow him» das Publikum restlos zu begeistern. Mit «The little drummer boy», neigte sich das Konzert dem Ende zu. Nicht aber ohne den krönenden Abschluss, jenem Festgesang, der wie das Konzert selber zur wunderschönen Tradition geworden ist. Ganz still wird es wenn Ruth Falk auf der Orgel in den «Hymnus, Christe Redemptor» von Giovanni Battista einstimmt, bevor Stimmen des Männerchors einsetzen und mit Markus Lüchinger auf der Trompe im Finale gipfelt.

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