Älter werden in Tübach – Mitreden und Mitgestalten…

Tübach Aktuell

Die Seniorinnen und Senioren waren am 23. November 2016 zu Tischgesprächen bei Kaffee und Kuchen in die Arche eingeladen. Mehr als 50 Personen brachten ihre Anliegen und Verbesserungsvorschläge für mehr Gesundheit und Lebensqualität im Alter ein. In der Gemeinde Tübach wird bereitsviel für eine hohe Lebensqualität älterer Mitmenschen getan – Vereine, Gruppen und verschiedene andere Organisationen bieten Angebote und Treffpunkte für Bewegung und Sport, kulinarische Treffen, Ausflüge und vieles mehr an. Die Gemeinde möchte in den nächsten Jahren das aktive Dorfleben bis ins hohe Alter gezielt weiterentwickeln und ein Angebot fördern, das sich an den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner orientiert. Dazu wurde die Zusammenarbeit mit dem Amt für Gesundheitsvorsorge und der Fachhochschule St. Gallen gesucht und gemeinsam ein Entwicklungsprozess unter dem Titel «Jung und Alt in Tübach» aufgegleist. In einem ersten Schritt sollte die Bevölkerung zu Wort kommen – denn geplant und realisiert wird nur, was sowohl von den Jugendlichen als auch von den Senioren tatsächlich gefragt wird. Ein «Jugend-Workshop» hat bereits nach den Sommerferien stattgefunden.

Grosses Interesse am Anlass 65+

Der Einladung sind über fünfzig Seniorinnen und Senioren gefolgt. Gemeindepräsident Michael Götte begrüsste die Anwesenden und war sichtlich erfreut über das grosse Interesse seiner älteren Bewohnerinnen und Bewohner: «Ich bin zuversichtlich, dass bei so vielen interessierten Menschen gute Ideen eingebracht werden, die für die Gemeinde Tübach auch realisierbar sind». Auf den reich gedeckten Tischen warteten neben Kaffee und Kuchen auch Papier, farbige Zettel und Stifte darauf, benutzt zu werden. Denn die Teilnehmenden waren schliesslich gekommen, um mitzureden und mitzugestalten.

Tübach bietet viel

Barbara Züger vom Amt für Gesundheitsvorsorge des Kantons moderierte den Nachmittag und regte die Leute an den Tischen zu den Diskussionen an. Was gefällt den Leuten in Tübach? Was weniger? Mit dieser Einstiegsfrage wurde der Puls gefühlt: Die älteren Bewohnerinnen und Bewohner fühlen sich sehr wohl in Tübach. Sie schätzen die übersichtlichen Strukturen, die vielfältigen Angebote in der Gemeinde und den ruhigen Wohnraum. Auch der immer noch bestehende Dorfladen gehört zu den Sonnenseiten in Tübach. Als augenfälligste Schattenseite wurde an allen Tischen die fehlende Bus- oder Postautoverbindung in die umliegenden Dörfer Goldach und Rorschach als auch in Richtung Arbon notiert. Ein guter Anschluss würde die vielen Begegnungs- und Bewegungsmöglichkeiten in der Region als auch die Besuche bei Ärzten und Therapeuten besser zugänglich machen – und das scheint ein grosses Bedürfnis zu sein. Der Gemeindepräsident ist sich dieser Tatsache bewusst und nahm sogleich Stellung: «Wir kämpfen immer noch um die Linie. Ein Entscheid wird im Verlaufe des nächsten Jahres gefällt. Knackpunkt sind aber die immens hohen Kosten für das ÖV-Angebot, die von der Gemeinde alleine in dieser Höhe nicht getragen werden können». Er betonte, dass es sich lohnt, die Diskussion über Alternativen bereits heute zu führen. Das war dann auch Inhalt der zweiten Diskussionsrunde.

Unterstützung im Alltag und Treffpunkte

Die Anwesenden hatten in einer zweiten Gesprächsrunde die Gelegenheit, die für sie wichtigen Themen einzubringen und gemeinsam Ideen und Lösungen zu entwickeln, die zur Lebensqualität und Wohlbefinden im Alter beitragen. Ein zentrales Thema war die gegenseitige Unterstützung und Hilfe in der Nachbarschaft. «Wenn ich weiss, dass der Sohn meiner Nachbarin am Nachmittag mit dem Auto nach Rorschach fährt und gerne bereit ist, mich mitzunehmen, dann wäre das eine ungezwungene Alternative zur fehlenden Busverbindung», meint eine anwesende Seniorin, die selbst nicht mehr Auto fahren kann. Auch in der Unterstützung von administrativen Arbeiten und im Umgang mit neuen Medien und digitalen Geräten wurde Handlungsbedarf erkannt. Gute Projekte der Freiwilligenhilfe wurden hier als mögliche Lösungsansätze skizziert: Ob Senioren unter Senioren im Sinne einer Dienstleistungsdrehscheibe oder ein Projekt wie CompiSternli, wo Kinder der älteren Generation Hilfestellung im Umgang mit dem Computer bieten. Viel Zustimmung unter den Anwesenden bekam auch die Idee eines Kaffeetreffs beim Dorfladen und die Ausgestaltung des bereits bestehenden Senioramas, so dass dieses vermehrt als Treffpunkt für unterschiedliche Interessen genutzt werden kann.

Ein Anlass, der nachwirkt

Mit dem Diskussionsanlass ist der Prozess nicht abgeschlossen. Die Arbeitsgruppe Alter, die aus lokalen Schlüsselpersonen im Altersbereich zusammengesetzt ist, wird nun in einem nächsten Schritt die wichtigsten Themen konkretisieren und mithelfen, diese im Gesamtprozess «Jung und Alt» zur Umsetzung zu bringen. Im Frühjahr 2017 wird die Bevölkerung an einem öffentlichen Anlass über die weiteren Pläne informiert.

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