Zufriedene Senioren

210 Fragebogen hat die Gemeinde an ihre Einwohnerinnen und Einwohner über 60 Jahre verschickt. Mit der Umfrage wollte sie prüfen, wie zufrieden sie mit dem Angebot im Dorf für Menschen in ihrem Alter sind, und ob Wünsche da sind, das bestehende Angebot auszubauen. Dazu stellte sie ihnen Fragen etwa zu ihrer Freizeitbeschäftigung, wo sie sich mit anderen treffen, wie gut sie sich informiert fühlen über das Angebot und soziale Dienstleistungen oder was sie vermissen. 124 ausgefüllte Bogen kamen zurück, eine Erfolgsquote von über 60 Prozent.
«Ein sehr guter Wert», freuen sich Gemeindepräsident Michael Götte und Gemeinderätin Yvonne Bienvenu Mayer.

Nur Einzelwünsche
Die Auswertung ergab, dass die Senioren mit dem bestehenden Angebot zufrieden sind, und dass sie keine grossen Anliegen haben. «Einzelwünsche gibt es natürlich», sagt Michael Götte. Genannt wurden beispielsweise ein Walking-Treffen, ein Fahrdienst, Fotokurse oder einen Treffpunkt zum geselligen Zusammensein. Da sie jedoch nicht oft genannt wurden, sieht Götte keinen Sinn darin, das Angebot auszubauen.

«Bei grösserem Interesse würden wir es sofort einführen. Wir sind aber jederzeit offen, wenn sich die Bedürfnisse ändern.» Yvonne Bienvenu Mayer weist darauf hin, dass die Volkshochschule Rorschach, die die Gemeinde unterstützt, viele Kurse anbietet, eben auch Fotokurse. «Und das Seniorama steht allen offen. Hier können jederzeit zwanglose Treffen stattfinden.»

Angebot bekannter machen
Gezeigt hat die Umfrage hingegen, dass viele Seniorinnen und Senioren das bestehende Angebot (siehe Kasten) nicht genau kennen. «Viele deshalb, weil sie selbst noch aktiv und auch noch in Vereinen engagiert sind», meint Yvonne Bienvenu Mayer. Um es bekannter zu machen, sind ab Herbst Informationsveranstaltungen geplant.

An diesen sollen auch die sozialen Dienstleistungen wie beispielsweise Spitex, Mahlzeitendienste, Sterbebegleitung und andere von deren Mitarbeitern vorgestellt werden. «Kurze Anlässe, die regelmässig stattfinden, mit einem kleinen Apéro oder so», sagt Bienvenu Mayer.

Ziel der Umfrage war auch, das Seniorama wieder in Erinnerung zu rufen. Es steht mit seiner Infrastruktur und Gratiskaffee allen Senioren offen, von 8 bis 18 Uhr. Gerade der Gratiskaffee hat unter den Seniorama-Besucherinnen und -Besuchern zu Diskussionen geführt.

«Einige denken, man sollte etwas bezahlen», sagt Adriana Zwicker, die die Turngruppe und den Lauftreff leitet und ums Seniorama besorgt ist. Viele würden denken, dass geschaut würde, wer im Seniorama ein und aus gehe, eben weil der Kaffee gratis sei. «Gratis ist nicht immer gut», meint sie. Eine ähnliche Erfahrung hat Michael Götte gemacht. «Jedes Jahr lädt die Gemeinde die Senioren zu einem Ausflug ein. Einer hat zu mir gesagt, er komme nicht mehr, wenn der Ausflug gratis bleibt.

» Nach dem Motto «was nichts kostet, ist nichts wert» und «der eine oder andere komme ja nur, weil es gratis sei». Götte will aber an der bisherigen Praxis festhalten. «Für die Gemeinde bedeutet es keine grosse finanzielle Belastung, auch nicht der Gratis-Kaffee im Seniorama.»

Sein Fazit: «Es war gut, die Umfrage zu machen. Viel Neues ergab sie nicht. Ich habe mir mehr Wünsche erhofft, aber Tübach ist ja auch ein kleines Dorf. So wie es aussieht, sind die Tübacher Senioren happy», sagt er.