Wünsche der Jugendlichen erfragen

Bei der Eröffnung im April 2005 verglich der Gemeinderat und Jugendbeauftragte Peter Ammann das Jugendcafé beim Restaurant Sonne mit einem weissen Blatt Papier. «Die Gemeinde stellt den Rahmen zur Verfügung, das Bild sollen die Jugendlichen selber gestalten», sagte er damals.

Nachwuchs fehlt
Die Jugendlichen liessen sich nicht zweimal bitten. Sie hängten Poster an die Wände, stellten ein Sofa hinein und vergnügten sich am Töggelikasten. Noch im März dieses Jahres hiess es im «Tagblatt»: «Der Treffpunkt wird geschätzt.»

Geschätzt wird das Angebot möglicherweise immer noch, aber zu wenig genutzt. Beim letzten Anlass kamen gerade noch fünf Jugendliche. Peter Ammann: «Der Treff wurde bisher nur von Jugendlichen ab dem Lehrlingsalter genutzt und die kommen nur noch selten. Neue Jugendliche kamen keine dazu.»

Wo sind die Oberstufenschüler?
Warum Tübacher Oberstufenschüler nicht ins Jugendcafé kommen, kann Peter Ammann nur vermuten. «Ich könnte mir vorstellen, dass sie unter der Woche mit Schule und Vereinsleben schon genügend engagiert sind», sagt er. Auch habe er schon gehört, dass sich einzelne Eltern daran stören, dass das Jugendcafé so nahe beim Restaurant Sonne liegt. Ausserdem könnte es an den Öffnungszeiten liegen. «Vielleicht entsprechen sie einfach nicht dem gewünschten Bedarf», sagt er.

Ob die jungen Tübacher sich stattdessen in Treffs der umliegenden Gemeinden aufhalten, wisse er nicht. Mitte Jahr wollte es der Jugendbeauftragte genau wissen, warum die Jugendlichen dem Jugendcafé fernbleiben. Er lud deshalb Eltern zu einem Infoabend ein. Gekommen ist niemand. «Zuerst hat mich das mangelnde Interesse extrem frustriert», sagt er. Dann habe er sich gesagt, dass man das Ganze auch positiv sehen könne. «Womöglich ist der Informationsbedarf der Eltern gering, da wir keine Szenebildung und Schlägereien im Dorf haben.»

Letzter Aufruf
Peter Ammann gibt aber noch nicht auf: «Wir müssen nun die Grundsatzfrage klären: Besteht wirklich kein Bedarf, oder ist unser Angebot einfach falsch?» Um eine Antwort zu finden, fordert er die Tübacherinnen und Tübacher im aktuellen Mitteilungsblatt auf, sich Gedanken übers Jugendcafé zu machen. Entsprechende Fragebogen liegen bei der Gemeindekanzlei auf, Kommentare können auch unter info@tuebach.ch gegeben werden. Bis anhin seien noch keine Rückmeldungen bei ihm eingegangen. «Die Weiterführung des Jugendcafés steht und fällt mit der Reaktion der Tübacher Bevölkerung», sagt Peter Ammann.