Wahlauftakt mit Heimvorteil

Vor der Mehrzweckhalle in Tübach steht eine Gruppe von Frauen in Trainingsanzügen. Ihren Volleyball werden sie nicht brauchen. Das Spiel der Tübacherinnen gegen die Heerbrugger Damen wurde soeben abgesagt – weil die Halle den SVP-Delegierten vorbehalten ist, die an diesem Mittwochabend zum Wahlauftakt gekommen sind.
42 Sitze und zwei Regierungsräte
Vom Heimvorteil profitiert indes der Tübacher Regierungsratskandidat Michael Götte. «Wegen ihm feiern wir heute hier», sagt Mäge Luterbacher, Präsident der Ortspartei Steinach. «Wir wollen am 11. März nicht nur mindestens 42 Kantonsratssitze gewinnen, sondern auch mit zwei Regierungsräten vertreten sein», doppelt Wahlkampfleiter Mirco Rossi nach. Erreichen wolle man das Ziel «mit den SVP-Werten Fleiss, Zuverlässigkeit und Ehrlichkeit». Auch für Nationalrat Thomas Müller hat die SVP aufgrund seines Verständnisses von Konkordanz Anspruch auf zwei Sitze in der Kantonsregierung.
Ein zentrales Thema sind die Sparanstrengungen des Kantons. «Wer kann am besten Leistungen abbauen, für welche der Kanton nicht aufkommen muss, wenn nicht zwei SVP-Vertreter?», fragt Regierungsrat Stefan Kölliker in die Runde.
Götte joggt um den Kanton
Weitere Kernthemen des Wahlkampfes verkündete Götte: Die SVP werde sich für eine bürgergerechte Ausländerpolitik, einen gestärkten Mittelstand, für Familien, Sicherheit und eine nachhaltige Umweltpolitik einsetzen. Unter dem SVP-Motto «jung, dynamisch und erfolgreich» jogge er ab dem 4. Februar um den Kanton.
Schliesslich werden die Parolen für die nationalen Abstimmungsvorlagen vom 11. März gefasst. Die Delegierten lehnen die Initiative «Schluss mit dem uferlosen Bau von Zweitwohnungen» ab. Ebenso die Ferien-Initiative und das Gesetz über die Buchpreisbindung. Ja sagen sie zur Bauspar-Initiative und zum Gegenentwurf zur Volksinitiative «Für Geldspiele im Dienste des Gemeinwohls».