Von Neid und Freiwilligenarbeit

«Willkommen auf dem schönsten Festplatz der Alpennordseite.» Mit diesen Worten begrüsste Gemeindepräsident Roger Böni die Anwesenden am Mittwochabend zur Bundesfeier in Untereggen. Auf dem Schulhausareal waren ein Zelt, Tische und Bänke aufgestellt worden. Dort hatten sich die Untereggerinnen und Unteregger versammelt, um gemeinsam zu feiern. Organisiert wurde der Anlass vom Militärschützenverein.
Meinungen akzeptieren
Zu Beginn spielte die Bürgermusik Untereggen, bevor dann Gemeindepräsident Böni nach vorne kam und sich bereit machte für seine Festansprache. In seiner Rede ging es um Demokratie und Meinungsverschiedenheiten. «Ich bin überzeugt, unsere schweizerische Demokratie ist das Fundament für eine zukunftsfähige, moderne Schweiz», sagte er. Und wenn man einmal eine andere Meinung habe, dann solle man diese nicht für sich behalten. Unterschiedliche Meinungen müssten in einer Demokratie Platz haben. Böni betonte, wie wichtig es sei, miteinander zu reden. Das sei nach wie vor die «einfachste und wichtigste Methode, um Probleme zu lösen oder gar nicht erst entstehen zu lassen», sagte er. Darum: «Reden Sie mit, wenn es um die Zukunft der Schweiz geht und um unsere Demokratie.» Aber Böni ermahnte die Anwesenden auch, dabei immer Demokrat zu bleiben. «Akzeptieren Sie demokratisch gefällte Entscheide. Und sehen Sie nicht schwarz, wenn nicht nach Ihrem Willen entschieden wird.»
Nach Bönis Ansprache spielte die Bürgermusik ihr Konzert fertig. Dann übernahmen die Partybirds – eine Partyband aus Steinach – und sorgten für gute Unterhaltung.
Feiern bei der Arche
Zur gleichen Zeit wurde auch in Tübach gefeiert: Zum Sommernachtsfest fanden sich Jung und Alt beim Parkplatz Arche ein. Es war ein Anlass, der die Generationen verbindet: So waren am Mittwochabend der älteste Tübacher und der stolze Vater des jüngsten Tübachers dabei, der an jenem Tag das Licht der Welt erblickt hatte. Er freue sich, dass so viele Leute gekommen seien, sagte Gemeindepräsident Michael Götte. Organisiert wurde der Anlass vom Feuerwehrverein, von der Jugendgruppe und der Gemeinde. Zum erstenmal war auch der Armbrustschützenverein dabei. In der Arche konnten sich Interessierte denn auch im Armbrustschiessen versuchen.
Auch hier war es der Gemeindepräsident, dem die Ehre zuteil wurde, die Festrede zu halten. «In der Politik fehlen leider immer mehr Menschen, welche das Verbindende anstatt das Trennende suchen», sagte Michael Götte.
Neid und Engagement
Extreme Pole könnten vielleicht über eine gewisse Zeit gegenseitig einen Ausgleich bringen, langfristig täten sie dem Land aber nicht gut. Darum müsse die Politik versuchen, allseits akzeptierte Lösungen zu finden. Und er sprach vom Neid in der Gesellschaft, den er in letzter Zeit mit Bedauern feststelle: Wenn sich Leute für ihren Erfolg entschuldigen müssten, dann laufe etwas falsch. Zum Schluss ermutigte Götte die Anwesenden, sich zu engagieren. «Die Freiwilligenarbeit stellt einen wichtigen Pfeiler unserer Gesellschaft dar.» Deshalb wolle er den Anwesenden danken, wenn sie in der Freiwilligenarbeit tätig oder in der Politik tätig seien oder wenn sie zu Hause Unterstützungsarbeit leisteten. «Unser Milizsystem lebt vom Engagement und Versprechen vieler», sagte Götte.