Tübach hat ein Energiekonzept

Der Gemeinderat Tübach will das Sparen fördern. Das Energiesparen. Das heisst: Die Energie soll effizienter genutzt werden. Und das kann auf verschiedenste Weise geschehen. Mit besserer Isolation oder mit Anlagen zur Wärmerückgewinnung zum Beispiel. Solche und andere Vorhaben werden in Zukunft in Tübach finanziell unterstützt. Ein entsprechendes Energiefondsreglement wurde erarbeitet (siehe Kasten). Die Vollzugsverordnung ist in Bearbeitung. Am Mittwoch, 27. Februar, 20 Uhr, wird darüber in der Arche informiert.
Ein langer Weg
Energie: Ein Thema, das den Gemeinderat Tübach nicht erst seit gestern beschäftigt. Peter Ammann, als Gemeinderat zuständig für die Technischen Betriebe, sagt dazu, dass über das Thema Energie an einer Klausurtagung im Jahr 2011 intensiv diskutiert wurde. Damals habe man sich überlegt: Was soll gefördert werden? Was ist finanzierbar? Immer mit dem Ziel vor Augen, einen Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz zu leisten. Das Konzept liegt nun vor. Es orientiert sich an der Zielsetzung der 2000-Watt- und 1-Tonne-CO2-Gesellschaft. Der Weg dorthin ist noch weit. Denn eine Bestandesaufnahme hat ergeben, dass Tübach heute noch eine 5600-Watt- und eine 12-Tonnen–CO2-Gesellschaft ist. Mit Blick auf den CO2-Ausstoss sagt Ammann, dass in Tübach mit seinen knapp 1300 Einwohnern 1153 Autos registriert sind. «Das ist ein sehr hoher Anteil.» Darum, aber nicht nur darum, sondern ganz generell sei ihnen eine gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr wichtig.
Aber auch der sparsame Umgang mit Strom ist dem Gemeinderat wichtig. Und saubere Energie. Darum haben die Technischen Betriebe im vergangenen Jahr den Strommix gewechselt. Das heisst: Der Anteil an Naturstrom ist grösser und damit die Stromrechnung höher. Dass sich nur etwa 13 Prozent der Konsumenten dagegen gewehrt haben, wertet Peter Ammann als positives Zeichen, als Zeichen dafür, dass in der Bevölkerung eine Sensibilisierung nicht nur für das Stromsparen, sondern auch für eine saubere Energie im Gang ist.
Was wird unterstützt?
Und genau hier setzt das Energiekonzept an. Darin wird festgehalten, dass die Gemeinde Beiträge leisten kann an den Bau von Sonnenkollektor- und Photovoltaikanlagen, an Anlagen zur Wärmerückgewinnung, Erdsonden zu Heizzwecken, den Ersatz elektrisch betriebener Geräte mit hohem Stromverbrauch durch Geräte mit hoher Energieeffizienz oder an die Verbesserung der Wärmedämmung an bestehenden Gebäuden. Es handelt sich dabei um einmalige Beiträge.
50 000 Franken oder etwa 40 Franken pro Einwohner werden dafür ins diesjährige Budget aufgenommen. «Für Tübach ein grosser Betrag», stellt Ammann lakonisch fest. Ein Betrag aber, der sinnvoll eingesetzt werde. Und ein Betrag, der nicht in Stein gemeisselt ist. Sollte es sich in Zukunft aufdrängen, könne er erhöht werden. Darüber können die Stimmberechtigten jeweils an den Bürgerversammlungen abstimmen.
Beratung durch Fachleute
Plant nun jemand eine Sonnenkollektoranlage für die Warmwasseraufbereitung oder Erdsonden zu Heizzwecken, wie muss er vorgehen? «Sich bei der Energieagentur St. Gallen GmbH melden», sagt Ammann. Denn: Die Gemeinde nutzt das Beratungsangebot dieser Agentur, die getragen wird vom Kanton, den Gemeinden, der St. Gallisch-Appenzellischen Kraftwerke AG und der SN Energie AG. Die Agentur werde Interessierte beraten und auch Gesuche prüfen. Ist ein solches einmal für gut befunden und die Anlage realisiert, können die Beiträge der Gemeinde fliessen. Dies könnte noch in diesem Jahr geschehen.
Doch vorerst müssten noch die Vollzugsverordnung und die konkreten Förderansätze erarbeitet werden, sagt Ammann, bei dem sich auch schon Tübacher nach Gemeindebeiträgen für Photovoltaikanlagen erkundigt haben. Bald kann Peter Ammann diese Frage mit einem Ja beantworten.