TübNacht – Für rote Ohren gesorgt

Am Samstag fand die «TübNacht 2010» statt. Aufgestellt und überstellig waren die Fastnächtlerinnen und Fasnächtler im Dorf. Für Yvonne Bienvenu Mayer, Gemeinderätin und Mitglied der Kulturkommission und seit 2006 Organisatorin der «TübNacht», war der Samstag der grosse Tag. Doch nicht in allen Belangen. Denn Yvonne Bienvenu Mayer gehört auch zu jener Spezies, die von den vier fasnächtlich gestimmten Cliquen auf die Schippe genommen wird.

Und wer den Vorträgen der Gruppe «Tüblacher» folgte, versteht die Aussage von Gemeinderätin Yvonne Bienvenu Mayer, wenn sie von einer «Hassliebe» zwischen ihr und den Vortragenden spricht. Nun, Fehler werden im Alltag gemacht, und Missgeschicke passieren ebenso. Welcher Moment wäre günstiger als die Fasnacht, diese wirkungsvoll auszuschlachten?

Gute Stofflieferanten
So schaffte es Guido Enderli zum Titel «Ben Hur von Tübach». Denn wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Mit sehr gezielten Formulierungen setzten die «Tüblacher» das Geschehene in die fasnächtliche Prosa um. Nicht unerwähnt blieb auch das Schaffen und Wirken von Gemeinderat Ernst Locher, der den Bänkelsängern sowohl qualitativ als auch quantitativ einiges bieten konnte.

Tiefgründig und pointiert
Eine ganz besondere Art der Satire, der Zeitkritik und des Humors boten die «Stockenten». Vier Frauen mit den unterschiedlichsten Charakteren äusserten sich im Gespräch am Flughafen über alles, was im Leben passieren kann.

Auch sie nehmen sich der örtlichen, teil sogar der nationalen Politik an und lassen die Ohren des anwesenden Gemeindepräsidenten mit entsprechenden Bemerkungen kurzzeitig etwas röter werden. Es ist ein Gespräch aus dem Alltag, doch stets pointiert und versehen mit viel Tiefgang.

Auf dünnem Eis
Neben den beiden erwähnten Gruppen waren auch «Dr alt Römer» unterwegs sowie die Gruppe «Fürios», die sich aus Mitgliedern der örtlichen Feuerwehr zusammensetzt. Für gute Stimmung sorgten gleichermassen die drei Guggenmusiken «Rebenfurzer» aus Thal, die «Mostoniker» aus Wittenbach und die «Schalmaien» aus Arbon. Mit der diesjährigen «TübNacht» bewegte sich Organisatorin Yvonne Bienvenu Mayer auf etwas dünnem Eis, musste sie doch infolge der Skiferien den Anlass eine Woche später durchführen als geplant. «An diesem Samstag ist überall in der Region Fasnacht. Ein wenig spüren wir das schon», sagte die Gemeinderätin dazu. Zwar waren die drei beteiligten Restaurants nicht bis auf den letzten Platz ausgebucht, doch von einer erfolgreichen «TübNacht» kann trotzdem gesprochen werden.