Trinkwasser aus dem Boden

Zu hundert Prozent versorgen sich die Städte Arbon und Rorschach mit Trinkwasser aus dem See. In Thal fliesst ebenfalls aufbereitetes Seewasser aus den Hähnen; Goldach versorgt sich zu 85 Prozent aus dem See, daneben aus den Quellen Spitze/Feldmoos, Altburg/Höhe und Bettleren. Untereggen pumpt zum einen Wasser aus den Quellen Mittlerhof, Wäldli und Schranztobel, zusätzlich bezieht es Wasser von den Technischen Betrieben Goldach. Tübach und Horn sind die Ausnahmen. Keine der Gemeinden holt sich Wasser aus dem See. In Tübach liefern Quellen im Gebiet Farb, Mörschwil und die Grundwasserfassung Mühlhof Trinkwasser, in Horn die Grundwasserfassungen Fischerweg und Aachstrasse. An ihrer eigenständigen Versorgung wollen sie auch künftig festhalten, deshalb planen sie im Horner Wald im Gebiet Langergeten einen neuen Grundwasserbrunnen. Das Verfahren für die Konzession läuft.

Kanton hat Wasserhoheit
Wasser ist ein öffentliches Gut. Wer Grundwasser nutzen will, muss beim Kanton eine Konzession oder Bewilligung beantragen. «Will beispielsweise ein Bauer sein Feld im Sommer während einigen Wochen mit Wasser aus der Thur bewässern, braucht er eine Bewilligung. Wenn er jederzeit Wasser entnehmen will, braucht er eine Konzession», erklärt Othmar Rist vom Ressort Wassernutzung beim Amt für Umwelt des Kantons Thurgau den Unterschied.

Horn und Tübach wollen 3200 Liter Wasser pro Minute aus dem Grundwasserbrunnen pumpen. Die Höchstbezugsmenge pro Jahr beträgt 900 000 m3 Wasser. Dafür brauchen sie demnach eine Konzession. Die Unterlagen sind beim Kanton Thurgau eingereicht – er ist federführend, da der Brunnen auf Horner Boden geplant ist –, die Grundwassernutzung liegt derzeit öffentlich auf.

Kriterien für eine Konzession
Bei der Vergabe der Konzession prüft der Kanton, ob das Grundwasservorkommen diejenige Menge Wasser liefern kann, die der Gesuchsteller abschöpfen will. «Wichtig ist, dass das Grundwasservorkommen nicht übernutzt wird. Es darf nicht mehr gepumpt werden, als von der Natur her zufliesst», sagt Othmar Rist. Dabei müssen alle Nutzungen des Vorkommens berücksichtigt werden.

Stimmen muss auch die Qualität des Wassers. Und um die Fassung muss die vorgeschriebene Schutzzone ausgeschieden werden können. Diese beträgt insgesamt rund 220 Meter. «Deshalb ist ein Standort im Wald oder an einem Ort ideal, um den herum der Boden nicht intensiv genutzt wird», sagt Othmar Rist.

Weil ein Teil der Schutzzone auf Tübacher Boden liegt, ist bei ihrer Ausscheidung auch der Kanton St. Gallen involviert. «Die Dimensionen sind in beiden Kantonen gleich, da es eidgenössische Vorgaben sind», sagt Markus Oberholzer, von der Sektion Gewässernutzung und Grundwasser im Amt für Umwelt und Energie des Kantons St. Gallen. Zwar gibt es beim Verfahren Unterschiede, aber auch im Kanton St. Gallen gilt: Das Grundwasservorkommen darf nicht übernutzt werden. «Je grösser die Nutzungsintensität, desto genauer müssen die Vorabklärungen sein», so Oberholzer.

Gemeinde selten Gesuchsteller
Dass eine Gemeinde für die öffentliche Wasserversorgung eine Konzession beantragt, ist in beiden Kantonen selten. Alle zwei, drei Jahre, schätzen Othmar Rist und Markus Oberholzer. Im Kanton Thurgau wurden 2007 38 Konzessionen oder Bewilligungen erteilt, davon sieben für die öffentliche Versorgung. «Es ist nicht einfach, einen Ort zu finden, wo Wasser entnommen werden kann», sagt Rist. Stelle eine Gemeinde ein Gesuch, gehe es meistens um eine Erneuerung der Konzession für eine bestehende Fassung oder einen Ersatz, sagt Markus Oberholzer. «Konzessionsgesuche für neue Trinkwasserfassungen sind selten. Im Trend sind solche für Wärmepumpenanlagen.»

Trinkwasser aus dem Boden

Zu hundert Prozent versorgt sich die Stadt Rorschach mit Trinkwasser aus dem See. Im eigenen Seewasserwerk aufbereitet, beliefern die Technischen Betriebe Rorschach zudem Rorschacherberg, Eggersriet und Lutzenberg. In Thal fliesst ebenfalls aufbereitetes Seewasser aus den Hähnen; Goldach versorgt sich zu 85 Prozent aus dem See, daneben aus den Quellen Spitze/Feldmoos, Altburg/Höhe und Bettleren. Untereggen pumpt zum einen Wasser aus den Quellen Mittlerhof, Wäldli und Schranztobel, zusätzlich bezieht es Wasser von den Technischen Betrieben Goldach. Tübach und Horn sind die Ausnahmen. Keine der Gemeinden holt sich Wasser aus dem See. In Tübach liefern Quellen im Gebiet Farb, Mörschwil und die Grundwasserfassung Mühlhof Trinkwasser, in Horn die Grundwasserfassungen Fischerweg und Aachstrasse. An ihrer eigenständigen Versorgung wollen sie auch künftig festhalten, deshalb planen sie im Hornerwald im Gebiet Langergeten einen neuen Grundwasserbrunnen. Das Verfahren für die Konzession läuft.

Kanton hat Wasserhoheit
Wasser ist ein öffentliches Gut. Wer Grundwasser nutzen will, muss beim Kanton eine Konzession oder Bewilligung beantragen. «Will beispielsweise ein Bauer sein Feld im Sommer während einigen Wochen mit Wasser aus der Thur bewässern, braucht er eine Bewilligung. Wenn er jederzeit Wasser entnehmen will, braucht er eine Konzession», erklärt Othmar Rist vom Ressort Wassernutzung beim Amt für Umwelt des Kantons Thurgau, den Unterschied.

Horn und Tübach wollen 3200 Liter Wasser pro Minute aus dem Grundwasserbrunnen pumpen. Die Höchstbezugsmenge pro Jahr beträgt 900 000 m3 Wasser. Dafür brauchen sie demnach eine Konzession. Die Unterlagen sind beim Kanton Thurgau eingereicht – er ist federführend, da der Brunnen auf Horner Boden geplant ist –, die Grundwassernutzung liegt derzeit öffentlich auf.

Kriterien für eine Konzession
Bei der Vergabe der Konzession prüft der Kanton, ob das Grundwasservorkommen diejenige Menge Wasser liefern kann, die der Gesuchsteller abschöpfen will. «Wichtig ist, dass das Grundwasservorkommen nicht übernützt wird. Es darf nicht mehr gepumpt werden, als von der Natur her zufliesst», sagt Othmar Rist. Dabei müssen alle Nutzungen des Vorkommens berücksichtigt werden.

Stimmen muss auch die Qualität des Wassers. Und um die Fassung muss die vorgeschriebene Schutzzone ausgeschieden werden können. Diese beträgt insgesamt rund 220 Meter. «Deshalb ist ein Standort im Wald oder an einem Ort ideal, um den herum der Boden nicht intensiv genutzt wird», sagt Othmar Rist.

Weil ein Teil der Schutzzone auf Tübacher Boden liegt, ist bei ihrer Ausscheidung auch der Kanton St. Gallen involviert. «Die Dimensionen sind in beiden Kantonen gleich, da es eidgenössische Vorgaben sind», sagt Markus Oberholzer, von der Sektion Gewässernutzung und Grundwasser im Amt für Umwelt und Energie des Kantons St. Gallen. Zwar gibt es beim Verfahren Unterschiede, aber auch im Kanton St. Gallen gilt: Das Grundwasservorkommen darf nicht übernutzt werden. «Je grösser die Nutzungsintensität, desto genauer müssen die Vorabklärungen sein», sagt Markus Oberholzer.

Gemeinde selten Gesuchsteller
Dass eine Gemeinde für die öffentliche Wasserversorgung eine Konzession beantragt, ist in beiden Kantonen selten. Alle zwei drei Jahre, schätzen Othmar Rist und Markus Oberholzer. Im Kanton Thurgau wurden 2007 38 Konzessionen oder Bewilligungen erteilt, davon sieben für die öffentliche Versorgung. «Es ist nicht einfach, einen Ort zu finden, wo Wasser entnommen werden kann», sagt Rist. Stelle eine Gemeinde ein Gesuch, gehe es meistens um eine Erneuerung der Konzession für eine bestehende Fassung oder einen Ersatz, sagt Markus Oberholzer. «Konzessionsgesuche für neue Trinkwasserfassungen sind selten. Im Trend sind solche für Wärmepumpenanlagen.»