Training in der Hitze für Olympia

Der 16jährige Tübacher Matthias Barth vom LC Brühl Leichtathletik kann am kommenden Dienstag beim 11. Olympischen Sommerfestival der Europäischen Jugend in Trabzon in der Türkei starten. Obwohl er in seiner Alterskategorie der schnellste 800-Meter-Läufer der Saison ist, hing seine definitive Teilnahme bis zum letzten Qualifikationsrennen am seidenen Faden.
Im Final ist alles möglich
Das Schwarze Meer, Temperaturen bis 30 Grad, hohe Luftfeuchtigkeit – wegen des hiesigen Regenwetters hat Matthias Barth einen Grund mehr, sich auf sein Reiseziel in der Türkei zu freuen. Der Nachwuchsathlet vom LC Brühl startet einen Tag nach seinem 17. Geburtstag am 11. European Youth Olympic Festival (EYOF) in Trabzon. Am Pfingstmeeting in Zofingen unterbot der 800-Meter-Läufer die geforderte Limite von einer Minute 54 Sekunden und 50 Hundertstel um nur gerade acht Hundertstel.
Trotzdem musste er bis zum entscheidenden Wettkampf um seine EYOF-Teilnahme bangen. Sein stärkster Konkurrent, der gleichaltrige U18-Schweizer-Rekordhalter Michael Curti vom LC Therwil, lief in Zofingen nur elf Hundertstel langsamer als Barth. Und auch der Basler hätte das Potenzial für eine EYOF-Teilnahme gehabt. Doch Matthias Barth bewies im Entscheidungsrennen am 18. Juni in Deutschland Nervenstärke und Köpfchen. Der Kantonsschüler lief hinter Curti und sicherte sich im Schlussspurt mit schnelleren Schritten den Platz im Swiss Olympic Team.
«Wenn sich Matthias in Trabzon für den Final qualifiziert, ist alles möglich», sagt Markus Hagmann, seit viereinhalb Jahren Trainer des 16jährigen Tübachers. Damit sich Matthias Barth am Dienstag für den Final qualifiziert, muss er ein schnelles, taktisches Rennen laufen und darf sich dabei nicht von anderen Athleten einklemmen lassen. «Seine Stärke ist der lange Schlussspurt, den er bereits 300 Meter vor dem Ziel ansetzt. In den letzten vier Wochen haben wir Sprints trainiert. Im Final sollte er eine Zeit zwischen 1:53 und 1:54 laufen können», sagt Hagmann.
Nutella im Gepäck
Auf welcher Position Matthias Barth mit seiner Bestzeit von 1:54.42 im internationalen EYOF-Teilnehmerfeld steht, weiss er noch nicht. Es wurde bisher keine offizielle Teilnehmerliste publiziert. Doch Barth macht sich weder über die Konkurrenz noch über die Hitze und die Luftfeuchtigkeit in Trabzon allzu viele Gedanken: «Um mich an die Wärme zu gewöhnen, habe ich in der Mittagshitze trainiert.» Tips für den Wettkampf erhält Matthias von Markus Hagmann, der mehrmals Schweizer Meister über 3000 Meter Steeple war und in den vergangenen Jahren an sechs Europacups sowie 2001 an der Universiade in Peking startete. Er kennt die strengen Vorgaben und Abläufe bei internationalen Wettkämpfen und gibt diese Erfahrungen an den Nachwuchsathleten weiter. Matthias Barth selbst schmiedet auch schon Pläne: «In meinem Gepäck reist Nutella mit.» Und auch im Rennen wird er auf Bewährtes setzen: «Ich werde mitlaufen und dann im Schlussspurt angreifen.»
Fünf Ostschweizer am Start
Neben Matthias Barth gehören fünf weitere Athletinnen und Athleten aus der Ostschweiz dem Swiss Olympic Team in Trabzon an: Der Schwimmer Patrick Schwarzenbach aus Salenstein, die Leichtathletinnen Salina Fässler aus Hefenhofen, Charlène Keller aus Guntershausen, Lena Weiss aus Riet bei Erlen sowie der Leichtathlet Benjamin Gföhler aus Elgg.