Sportanlage Kellen wird Stadion

An einem heissen Tag wie heute ist Sport auf Kellen bisher ein eingeschränktes Vergnügen. Besonders, wenn sich viele Kinder und Jugendliche an Anlässen wie Schulsporttag, Jugitag der Turner oder Turnier im Nachwuchsfussball beteiligen, herrscht Mangel an Schattenplätzen (oder für Zuschauer auch an Schutz vor Regen).
Bis Frühjahr 2012
Der Zweckverband der vier an diesen Freiluft-Sportanlagen beteiligten Gemeinden – Goldach, Rorschach, Rorschacherberg und gering auch die Standortgemeinde Tübach – sorgt nun für Abhilfe. Die Delegierten hatten im Februar 37 500 Franken bewilligt für ein Projekt zur Überdachung der Stehrampe. Jetzt beauftragen sie den Vorstand einstimmig, das Dach für 826 000 Franken bauen zu lassen. Wie der Verbandspräsident – der Goldacher Gemeindepräsident Thomas Würth – informierte, erfolgt sofort die Baueingabe und soll das Werk im nächsten Frühjahr fertig sein.
Kellen erhält damit eine Tribüne, wird zum Sportstadion.
Für grössere Variante
Die Stehrampe bei Hauptspielfeld und Leichtathletikbahnen wird auf der ganzen Länge überdacht. Kürzere Varianten beurteilte der Vorstand angesichts weiter zunehmender Nutzung der Sportanlage als nicht nachhaltig. Aufgrund der Süd-Nord-Ausrichtung bietet das Dach in der heissesten Zeit Schatten, am Mittag und Nachmittag.
Aus drei Vorschlägen von vier eingeladenen Büros wählten Vorstand und Delegierte das Projekt von bb architektur in Rorschach. Es überzeuge durch «filigrane Gestaltung, geringen Platzbedarf und ökologische Vorzüge», sagte Jann Schwarz als technischer Berater. Auf Stahlträger kommt ein leicht geneigtes, mit Zugstangen verankertes Holzdach. Dieses wird begrünt – dafür muss kein Rückhalteraum für Regenwasser gebaut werden – und könnte auch für die Produktion von Solarstrom genutzt werden. Hinzu kommt auf Empfehlung von Fachleuten zur Vermeidung von Durchzug eine Rückwand, für angenehme Atmosphäre und geringen Unterhalt eine aus Glas.
Vorerst letzte Investition
«Kellen, bereits eine Vorzeigeanlage, erhält mit dieser Investition noch deutlich Mehrwert», sagte Verbandspräsident Würth.
Zusätzliche Felder für Beachvolleyball und ein weiteres für Fussball sind geschaffen, Land für spätere Ausbauten ist gekauft und der Materialraum für Leichtathleten gebaut. Nach dem Bau des Tribünendachs solle nun bei Investitionen ein Halt eingelegt werden, sagten besonders die Delegierten von Rorschach und Rorschacherberg. Nach Auskunft von Thomas Würth gibt es derzeit auch keine weiteren Pläne oder Begehren dieser Art.
Zwar sind Wünsche nach Anlagen für weitere Sportarten vorhanden, der Zweckverband hat aber entschieden, sich für absehbare Zeit auf die jetzt möglichen zu beschränken.