Spitzenmedizin: Kommission für Konkordat

Gleich an ihrer ersten Sitzung überhaupt hatte die Kommission für Aussenbeziehungen ein heikles Traktandum zu bewältigen: Interkantonale Absprachen im Bereich Spitzenmedizin. Die von der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren (GDK) erarbeitete Vereinbarung über die hochspezialisierte Medizin ermögliche eine qualitativ hochstehende und wirtschaftliche Versorgung, schreibt die Staatskanzlei in einer Medienmitteilung.

Herztransplantationen etc.
Nach der Vereinbarung ist eine medizinische Leistung dann hochspezialisiert, wenn sie zum einen selten ist und zum anderen mindestens zwei der drei folgenden Kriterien erfüllt sind: hoher personeller oder technischer Aufwand, komplexe Behandlungsverfahren, hohes Innovationspotenzial. In diesen Raster passen beispielsweise Herz-, Leber- und Lungentransplantationen oder die Behandlung von Verbrennungen, bei denen mehr als ein Fünftel der Hautoberfläche zerstört ist. Die Vereinbarung zeitigt keine wesentlichen Kostenfolgen.

Die vorberatende Kommission unter Präsident Michael Götte (SVP, Tübach) empfiehlt aus diesen Gründen, die interkantonale Vereinbarung über die hochspezialisierte Medizin anzunehmen. Kommt sie zustande, wird ein von den beigetretenen Kantonen gewähltes politisches Organ von zehn Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren auf Antrag eines Expertengremiums bestimmen, an welchen Standorten die einzelnen Leistungen der hochspezialisierten Medizin angeboten werden sollen.

Wichtig fürs Kantonsspital
Die Vereinbarung ist laut Staatskanzlei für das Kantonsspital und das Kinderspital St. Gallen, zu deren Leistungsspektrum gewisse Leistungen der hochspezialisierten Medizin gehören, von grosser Bedeutung. Regierungspräsidentin Heidi Hanselmann engagierte sich darum bei den Kantonen stark für die interkantonale Regelung.