Spiel, Satz und Sieg – Kinderspitex

Wenn Männer und Frauen mit einem Schläger auf einen kleinen gelben Ball einschlagen, das Ganze aber eher an eine Mischung zwischen Tischtennis und Federball erinnert, dann läuft auf den fünf Hallenplätzen des Tenniscenters Tübach das Plausch-Doppelturnier der Rotary- und Kiwanis-Clubs der Region Rorschach. Tenniscracks werden dabei bunt gemischt mit Teilnehmern, die höchstens einmal im Jahr das Racket in Händen halten, nämlich an diesem Benefizturnier. Umso grösser ist die Gaudi auf beiden Seiten des Netzes und auf den Zuschauerplätzen, wo man sich über die teilweise zum Schiessen komischen Szenen köstlich amüsiert.
6000 Franken für Kinderspitex
Ins Leben gerufen haben den Anlass vor 13 Jahren der damalige Präsident des Tennisclubs Tübach, Ruedi Schläpfer (Kiwanis), und Center-Geschäftsführer Sören Blomgren (Rotary). Seither findet das Turnier zugunsten von Kinderhilfswerken einmal jährlich statt und hat bis heute einen Erlös von 50 000 Franken eingespielt. Die Teilnehmer bezahlen Startgeld, die Tennis Sport AG stellt die Halle gratis zur Verfügung und weitere Spenden bringt die Festwirtschaft. So durfte Ruedi Schläpfer dieses Jahr 6000 Franken entgegennehmen. Zur Verfügung gestellt wird der Erlös der Kinderspitex Schweiz. Deren Geschäftsführer Thomas Engeli, Horn, bedankte sich für die grosszügige Spende. Vorgängig hatte er Spieler und Gäste über die Lücken in der Pflege kranker und behinderter Kinder und der Unterstützung derer Familien in der Schweiz informiert. Das Geld helfe dem Verein, dort zu helfen, wo sich Kinder sicher und geborgen fühlen – zu Hause bei Eltern und Geschwistern.
Für Sören Blomgren, der vor 22 Jahren die Geschäftsleitung der Tennis-Sport AG übernommen hat und das Tenniscenter zu einer der schönsten und modernsten Anlagen in der Region ausbaute, ist das jährliche Engagement zum Wohle von Kindern eine Selbstverständlichkeit. «Einerseits ist es schön zu helfen, andererseits macht die Organisation des Turniers Freude, weil die Teilnehmer jeweils mit einem Riesenspass dabei sind, auch wenn sie keine aktiven Tennisspieler sind.»
«Björn, hau den McEnroe weg»
Spass hatte der ehemalige ATP-Spieler Nr. 340 auch während seiner aktiven Laufbahn, auf und neben dem Tennisplatz. Einer seiner härtesten Gegner war der elffache Grand-Slam-Sieger Björn Borg. Noch heute erinnert sich Blomgren gerne an die schwedische Juniorenmeisterschaft, als es ihm als einzigem Spieler gelungen war, der späteren Tennislegende mehr als ein Game abzunehmen.
Einen anderen Tennisstar, John McEnroe, hat er auf der ATP-Tour kennen und schätzen gelernt. «Wir sind beim Turnier in Stockholm am Tisch gesessen und ich habe zu Björn gesagt: <Hau diesen McEnroe weg.> John, den ich da noch nicht näher kannte, sass nur einen Stuhl neben mir und kugelte sich vor Lachen», erzählt Blomgren schmunzelnd. Zum Glück habe der Amerikaner Spass verstanden; überhaupt sei McEnroe neben dem Tennisplatz einer der tollsten Menschen, die er je kennengelernt habe.