Sensible Planung überzeugt

Lange und ausführlich hat die Jury über die fünf eingereichten Studien zur Neugestaltung des Dorfkerns und der weiteren Entwicklung Tübachs beraten. Der Entscheid ist schliesslich einstimmig ausgefallen: zugunsten des Projekts «märz» der Architekten Regula und Peter Hodler, Wetzikon. Überzeugt hat es die Jury aufgrund seiner sensiblen Auseinandersetzung mit dem Dorf, wie es heute besteht. «Auf den ersten Blick ist schwer lesbar, was neu ist, was alt. Man muss sich eingehend mit den Plänen befassen, um zu erkennen, wie vertieft sich die Verfasser mit den bestehenden Gegebenheiten befasst haben», sagt Astrid Haller, Architektin und Fachexpertin der Jury. Beeindruckt hat, dass sie die Aufgabenstellung auch kritisch hinterfragt haben. So schlugen sie beispielsweise vor, die Spielwiese nicht auf die Südseite der Mehrzweckhalle zu verlegen, sondern dieses Gebiet für eine Bebauung mit Einfamilienhäusern freizuhalten. Um so das Quartier im Osten weiterzuführen und an die geplante Bebauung im Hermet anzuschliessen. «Eine gute Idee, aber wegen des Richtplans nicht umsetzbar», sagt Astrid Haller.

Nichts, was es nicht braucht
Was die Jury ebenfalls überzeugt hat, ist die Wirtschaftlichkeit des Projekts. «Es will nichts machen, was es nicht braucht. Die Vorschläge müssen auch bezahlt werden, und das muss ich vor der Bürgerschaft vertreten können», sagt Gemeindepräsident Michael Götte. Diese Wirtschaftlichkeit ziehe sich durch das gesamte Projekt. «Es versucht, in den vorhanden Strukturen mit dem gleichen Strickmuster weiterzuarbeiten», sagt Astrid Haller.

Ein einziges Zentrum
Gefallen hat der Jury der Vorschlag zur Bebauung des Gebietes Hermet. Vorgesehen sind Wohnhäuser und Gärten, die um zwei Plätze gruppiert sind und durch eine Strasse erschlossen werden. «Jeder Baukörper ist bewusst gesetzt», sagt Astrid Haller. Ihre Stellung und das Bilden von Räumen sei bemerkenswert. Der Vorteil: Die Qualität liegt in den Aussenräumen, ohne die Gestaltung der Bauten vorwegzunehmen.

Einen weiteren Vorzug des Projekts sieht die Jury in der Idee, auf dem Kirchplatz die öffentliche Nutzung, also den Service public wie Bancomat, Post, Spitex, zu konzentrieren.

Die Jurymitglieder stimmen überein, dass das Projekt «märz» die beste Basis bietet, um die Gestaltung nun weiter zu konkretisieren. Einig sind sie sich auch, dass alle Projekte wertvolle Beiträge zur Diskussion geleistet haben. «Ich habe keinen Studienauftrag erlebt, der so vielschichtig ist. Jedes Projekt birgt interessante Vorschläge», sagt Astrid Haller. Da keines der Projekte eine weitreichende Gestaltung für die Bachstrasse vorsieht, besteht wegen der Kanalarbeiten, die nächste Woche beginnen, kein sofortiger Handlungsbedarf. «Als Nächstes wollen wir ausarbeiten, wann und wie wir das Gebiet Hermet bebauen wollen. Auch das Land haben wir noch nicht», sagt Michael Götte. Gleichzeitig werden weitere Abklärungen für die geplanten Alterswohnungen vorangetrieben. Eine ausserordentliche Bürgerversammlung zu diesen Themen könnte frühestens im Herbst stattfinden.

Jury beantwortet Fragen
Alle fünf Projekte können ab heute in der Arche begutachtet werden. Mitglieder der Jury werden vor Ort Fragen beantworten.

Ausstellung: heute 17 bis 20 Uhr, morgen Sa (und 16. Juni) 10 bis 14 Uhr; Mo bis Fr 17 bis 20 Uhr