Schüler dribbeln sich zum Sieg

Sie sind die Stars im Schulhaus Hermet in Tübach: Die elf Buben der fünften Klasse. Über der Eingangstüre hängt eine Flagge von Tübach, «Bravo Jungs» steht in grossen Lettern darauf. Im Schulhaus hängen Plakate, auf welche die Schüler ihre Glückwünsche geschrieben haben – die Schule feiert ihre Helden.
Gute Chancen und etwas Glück
Kleine Helden sind die 11-Jährigen: Am Mittwoch haben sie auf der Sportanlage St. Jakob in Basel den Credit Suisse Cup, ein gesamtschweizerisches Schülerturnier, gewonnen. Den Final bestritten sie gegen Appenzell und gewannen ihn 3:0. «Wir rechneten uns schon Chancen aus», sagt Stürmer Jan Köppel, «aber wir gingen nicht davon aus, dass wir gewinnen würden». Seine Mannschaftskameraden stimmen ihm zu. «Eine gute Portion Glück gehörte auch dazu», sagt Maico Knaus, der als Innenverteidiger auf dem Feld stand.
Auch einen Tag nach dem Sieg sind die Fünftklässler noch stolz, paar von ihnen tragen ein rotes Trikot. Mitbringsel aus Basel. Auch die Tatsache, dass die Buben wieder die Schulbank drücken müssen, tut ihrer Freude keinen Abbruch. «Im Moment bekommen wir viel Aufmerksamkeit. Das ist ein schönes Gefühl», sagt der zweite Stürmer Omar Abou-Elaouf und grinst verschmitzt.
Wer die Schüler über ihren Erfolg reden hört, merkt: Der Mittwoch war für sie ein gelungener Tag. Nach dem Sieg und der Preisverleihung – es gab einen Mannschaftspokal und für jeden eine Medaille – ging es nach Hause. In Tübach angekommen, war der Tag noch nicht vorbei. Schulleiter Michael Meyer hat kurzerhand die ganze Klasse zum gemeinsamen Pizzaessen eingeladen.
Coaches sind beeindruckt
Ganz unerfahren sind die Buben in Sachen Fussball nicht. Sieben von ihnen spielen beim FC Goldach. Auf den Cup vorbereitet hat sich die Mannschaft mit den beiden Trainern Edin Dizdarevic und Daniel Zimmermann. Die Coaches stehen normalerweise mit den Goldacher E-Junioren auf dem Platz. Obwohl es sich beim Credit Suisse Cup um ein Schülerturnier handelt, ist Zimmermann mit der Leistung sehr zufrieden: «Das Niveau war hoch, und sie spielten sehr gut.»
2014 in der Agenda
Auch Klassenlehrer Matthias Sturzenegger freut sich über den Erfolg seiner Schüler. «Gib den Buben einen Ball und sie bewegen sich», sagt er. Dass seine Klasse grosses Potenzial habe, sei ihm schon vor Basel klar gewesen.
Geht es nach dem Willen des Siegerteams, nimmt es nächstes Jahr wieder am Credit Suisse Cup teil. «Dann müssen wir aber wieder hart trainieren», sagt Maico Knaus. Auch Lehrer Matthias Sturzenegger sähe es gerne, würden seine Schüler wieder teilnehmen. Die Freude gilt zuerst aber etwas anderem. «Endlich können wir in der Turnstunde wieder mal etwas anderes als Fussball spielen», sagt Sturzenegger und schmunzelt.