Schliessung mit Misstönen

Ende März hat Mehmet Hayda, der Betreiber des Sport- und Fitness-Centers Heiden, eine «wichtige Mitteilung» an die Mitglieder verschickt. Die «schlechte Nachricht» voraus, wie es darin heisst: «Nach 15-jähriger Tätigkeit im vertrauten Fitnesscenter Heiden wurde mir der Mietvertrag völlig überraschend auf Juni 2006 gekündigt. Alle Bemühungen, den Vermieter umzustimmen, sind leider fehlgeschlagen.»

Dann kam die «gute Nachricht»: «Ich freue mich, Euch mitzuteilen, dass ich in Tübach sehr schöne, helle Räumlichkeiten für ein neues Fitnesscenter gefunden habe. Ich habe Euch aufgestellte Mitglieder und das spezielle, familiäre Ambiente in Heiden sehr geschätzt und werde alles daran setzen, diese Vertrautheit am neuen Ort beizubehalten.»

Nicht ganz freiwillig
Völlig überraschend ist die Kündigung auch wieder nicht erfolgt. Dies jedenfalls sagt der Vermieter der Liegenschaft, Max Bruderer. Seit Jahren schon seien die Mietzinse nur sehr schleppend bezahlt worden und der Mieter sei zeitweise bis zu einem Jahr in Verzug gewesen. Im Dezember erhielt Mehmet Hayda dann eine Mahnung mit Kündigungs- bzw. Betreibungsandrohung. Die Frist wurde nicht eingehalten, weshalb die Kündigung per 30. Juni schriftlich ausgesprochen wurde. Der Mieter suchte den Weg zum Anwalt. Max Bruderer zeigte sich für ein Gespräch bereit, zumal ihn der Anwalt wissen liess, dass Hayda mit reinstem Gewissen gehandelt habe.

Nun: Die Kündigung erübrigte sich. Mehmet Hayda zog es vor, den 30. Juni nicht erst abzuwarten. Er kündigte per Ende April, zumal für ihn ein Türchen in Tübach aufgegangen war. Die ausstehenden Mietzinse wurden gemäss Max Bruderer bezahlt. Womit die Sache eigentlich erledigt wäre. Wenigstens für Mieter und Vermieter.

Aboverkauf bis zum Schluss
Doch die Mitglieder mussten plötzlich um ihre Abonnementsbeiträge bangen, da viele nicht bereit sind, am neuen Standort zu trainieren. Sie fühlen sich betrogen, weil der Betreiber des Studios im März, zu einem Zeitpunkt, da die Kündigung längst ausgesprochen war, mit vergünstigten Abonnements neue Kunden anlockte . Die Sache drohte zu eskalieren, weil der Betreiber selbst nach mehrmaligem Insistieren nicht bereit war, die einbezahlten Beträge zurückzuerstatten. Erst nachdem einige Mitglieder mit dem Weg an die Öffentlichkeit gedroht hatten, befriedigte er am Dienstag jene, die auf ihren Begehren beharrten.

Die Krankenkasse Swica, die den Studiobenützern einen Beitrag von 300 Franken an die Abo-Preise gewährt, empfiehlt ihren Mitgliedern, das Geld sofort abzuholen.

«Alles sauber»
Mit der Angelegenheit konfrontiert, äusserte sich Hayda, dass er in den vergangenen zwei Monaten keine Abos mehr verkauft habe. Doch er beteuert: «Die Gelder werden mit Sicherheit zurückbezahlt; ich mache einen sauberen Schlussstrich in Heiden und werde dies schriftlich bestätigen.»