Schiessstand statt Schule

Für die Schülerinnen und Schüler der Primarschule Tübach stand gestern ein besonderer Tag auf dem Programm. Anstelle von Mathe, Deutsch oder Handarbeit war der Tag den verschiedensten Sportarten gewidmet. Die Schule führte zum ersten Mal einen Sport-Schnupperanlass durch. So konnten die Kinder bei Vereinen aus der ganzen Region Eindrücke sammeln.
Grosse Auswahlmöglichkeit
Im Angebot standen die unterschiedlichsten Sportarten. Jedes Kind konnte sich für vier davon einschreiben, sei es für Volleyball, Eishockey oder Karate. Auch etwas ausgefallenere Aktivitäten wurden angeboten, wie zum Beispiel BMX oder Breakdance.
Insgesamt beteiligten sich 13 Vereine, unter anderem aus Tübach, Goldach, Romanshorn und St. Gallen. Am Schnupperanlass nahmen etwa hundert Schüler aus der ersten bis sechsten Klasse teil. Die Idee des speziellen Sporttages stammt von Schulleiter Michael Meyer, der die Vereine aus Tübach und der Umgebung um Mitwirkung angefragt hat. Es gehe vor allem darum, die Kinder zum Sport zu motivieren. Bewegung und das Spielen mit anderen seien gesund für jedes Kind. Ziel sei es aber auch, dass die Schüler das Vereinsleben kennenlernen würden. Meyer ist überzeugt, dass sie dort Zusammenhalt erlebten und lernten, Verantwortung zu übernehmen.
Ruhe und Konzentration
An der Aktion beteiligte sich auch der Armbrustschützenverein Tübach. Der Verein existiert schon seit 1902, aktuell treffen sich zwölf Aktivschützen einmal in der Woche. Geschossen wird auf 30 Meter Distanz. Der Sondertag sei für den Verein eine gute Möglichkeit, neue Mitglieder anzuwerben, sagt Jungschützenleiter Michael Eichmann. Die Kinder würden sich sehr unterschiedlich schlagen, jedoch würden die meisten sehr gute Resultate schiessen, zumal es ihr erstes Mal sei. Ruhige Kinder hätten es einfacher, meint er. Armbrustschiessen ist keine wilde Sportart. Ruhe und Konzentration sind gefordert, um ins Schwarze zu treffen. Für Kinder seien eine halbe Stunde zielen und die Beschäftigung mit sich selbst schon beinahe eine Therapie, sagt Eichmann. Das Armbrustschiessen gefällt offensichtlich allen anwesenden Schulkindern. Ob sie sich deshalb schon einen Beitritt überlegen, lassen sie aber noch offen.
Sporttag kommt gut an
Einige betreiben auch schon regelmässig eine Sportart, sei es Handball, Tennis oder Fussball. Früher am Morgen haben die Schüler schon bei anderen Vereinen geschnuppert. Auch von dort erzählen sie nur Positives. Lorin, Eva und Omar waren beim Karate, Jill beim Cevi. Es habe ihr «mega gefallen», schwärmt sie, und legt zum letzten Schuss an. Sie trifft mitten ins Schwarze, ein Zehner. «Ein guter Schütze beendet seinen Durchgang mit einem Zehner», lobt der Instruktor und Jill strahlt übers ganze Gesicht.