Sauberkeit, Blumen und Ministranten

Der katholische Kirchenverwaltungsrat sucht eine Nachfolgerin für Roberta Bommer, welche das 30%-Amt während fünf Jahren ausgeübt hatte und bereit ist, künftig die Stellvertretung zu übernehmen. Wir haben die bisherige Amtsträgerin gefragt, was eine Mesmerin zu tun habe. Gerne gab sie Auskunft, und sie ist auch bereit, in einer Art Schnupperkurs einer Nachfolgerin zu zeigen, was in dieser Aufgabe auf sie oder ihn zukommen könnte. Der Kirchenverwaltungsrat wird der zukünftigen Mesmerin den Besuch eines Sakristanenkurses ermöglichen.

Feste zeitliche Fixpunkte
Als feste zeitliche Fixpunkte gelten die regelmässigen Gottesdienste am Sonntagabend und am Dienstagmorgen. Dazu kommen zwei Schülergottesdienste pro Monat und die Herz-Jesu-Feier jeweils am ersten Freitag im Monat. Auch bei Beerdigungen und Trauungen ist die Mesmerin engagiert.

Mithilfe im Gottesdienst
Der Mesmerin sind in den Gottesdiensten, welche sie vorbereiten hilft, oft die Lesungen oder die Fürbitten anvertraut. Roberta Bommer wirkte als Kommunion-Helferin mit und half den Ministranten, sich für ihre Aufgaben bereitzumachen. Vor den Gottesdiensten hat die Mesmerin dafür zu sorgen, dass alles so vorliegt, wie es der Pfarrer wünscht. Die Mesmerin ist für die Reinigung der Kirche und des Vorplatzes zuständig und schmückt den Gottesdienstraum mit Blumen. Ein wenig technisches Geschick sei für die Mesmerinnen-Aufgabe von Vorteil, meint Dominik Granwehr vom Kirchenverwaltungsrat, gilt es doch, die Brandmeldeanlage und das Glockengeläute zu überwachen, wenn möglich kleinere Unterhaltsarbeiten zu erledigen und dem Kirchenverwaltungsrat zu melden, wo etwas ansteht. Granwehr kann sich gut vorstellen, dass das Nebenamt von einer Hausfrau übernommen wird.

Verantwortungsvoller Dienst
Die Aufgabe eines Mesmers sei gegenüber früheren Zeiten allgemein gewachsen, obwohl einst mehr Gottesdienste als heute gefeiert worden seien, sagt Theo Schmid, der bis zu seiner Pensionierung 33 Jahre lang vollamtlicher Mesmer in Goldach war. «Mit dieser Feststellung möchten wir niemanden davon abhalten, sich an die Aufgabe in Tübach heranzuwagen, wo das Amt wohl noch leichter zu bewältigen ist als anderswo.» Theo Schmid erzählt, wie sich der Mesmerberuf mit dem zweiten Konzil änderte und welche neue Aufgaben auf ihn zukamen, seit nicht mehr jede Kirche ihren eigenen Pfarrer hat. Wo die Sakristei einst allein der Raum von Ortspfarrer und Mesmer war, trifft man heute oft auch auswärtige Priester, Laientheologen und mithelfende Frauen an. Der Mesmer sei vielerorts zum direkten Ansprechpartner der Kirchenbesucher geworden. Er müsse leutselig, aber auch verschwiegen sein, dürfe nicht alles, was er in der Kirche erfahre, am Stammtisch weitererzählen. Weiter meint der altgediente Mesmer, der seinen Sakristanenkurs einst im Jakobsbad absolvierte, eine Kirchgemeindeverwaltung sollte nicht einen kirchlichen Analphabeten mit diesem Amt betrauen.

Weitere Auskunft über den freiwerdenden Mesmer-Posten in Tübach erteilt Dominik Granwehr, Präsident des katholischen Kirchenverwaltungsrates.