«SVP soll nicht als Haudegenpartei gelten»

Die Fraktionsmitglieder wählten Sie vor etwas mehr als einem Jahr zum Vize- und jetzt zum Präsidenten. War die Wahl Programm?
Michael Götte: Der Vorstand hat mich als Vize vorgeschlagen, weil ich schon eine Weile im Kantonsrat bin. Die Mitarbeit im Vorstand interessiert mich, da er die politischen Geschäfte vorspurt. Kommt hinzu, dass damals einige Geschäfte von Bedeutung für die Gemeinden waren, so das neue Gemeindegesetz. Das Präsidium habe ich aber nicht angestrebt.

Was bedeutet Ihnen das Amt?
Götte: Ich bin mir bewusst, welche Verantwortung ich übernehme, immerhin stehe ich mehr als einem Drittel der Parlamentarier vor. Als Fraktionspräsident kann ich noch aktiver am politischen Geschehen mitarbeiten. Ich finde es spannend, die vielen Interessen, die es in einer so grossen Fraktion gibt, auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

Welches sind Ihre Aufgaben als Fraktionspräsident?
Götte: Ich leite die Sitzungen und treffe dafür die Vorbereitungen und Vorabklärungen. Ich führe Gespräche mit anderen bürgerlichen Parteien, um Lösungen im Interesse des Kantons zu finden. Ich treffe gewisse Entscheide eigenständig, etwa die Verschiebung einer Motion oder eines Postulates. Und ich bin Ansprechpartner für die Medien bei Themen, die wir lanciert haben. Nicht zuletzt will ich Kontakt mit den Fraktionsmitgliedern aus anderen Regionen suchen und pflegen.

Wie wollen Sie Ihre Fraktion leiten?
Götte: Mir ist wichtig, dass sie vernünftig politisiert, nicht zu stark polarisiert und den Konsens mit anderen bürgerlichen Parteien sucht, selbstverständlich klar auf der Linie der SVP. So politisiere ich. Ich möchte die Mitglieder überzeugen, dass die Fraktion keine extremen Vorstösse einreicht oder unterstützt, auch wenn sie von eigenen Mitgliedern stammen. Selbstverständlich ist jeder ein gewählter Kantonsrat und kann politisieren, wie er will.

Die SVP St. Gallen soll aber nicht als Haudegenpartei wahrgenommen werden, sondern als eine gute, bürgerliche Partei. Mein Vorgänger Markus Straub hat die Fraktion bereits in diesem Sinne geleitet. Einen grossen Kurswechsel wird es nicht geben.

Bleibt Ihnen mit Ihrem neuen Amt noch Zeit für eigene Vorstösse?
Götte: Ich werde nur selten Vorstösse unterschreiben, noch weniger selber einreichen. Da ich die Fraktion vertrete, trage ich die Verantwortung für ihre Vorstösse. Somit politisiere ich mindestens ebenso viel. Meine Rolle im Kantonsrat ändert sich aber.

Sie arbeiten 70 Prozent bei der Hartchrom, sind Gemeindepräsident von Tübach, Kantonsrat und jetzt Fraktionspräsident. Wie bringen Sie das und Ihr Privatleben unter einen Hut?
Götte: Die Zeit für die Arbeit als Fraktionspräsident finde ich, indem ich einerseits meine militärische Aktivität reduziere. Ab 1. Januar 2010 führe ich keine Kompanie mehr, auch der vierwöchige Dienst am Stück fällt weg.

Andererseits bin ich nun gut drei Jahre Gemeindepräsident, da sind nicht mehr alle Arbeiten neu, fallen gewisse leichter. Als Fraktionspräsident werde ich auch nicht mehr in so vielen Kommissionen einsitzen. In der Wirtschaft arbeite ich an Projekten, da bin ich nicht an fixe Zeiten gebunden. Ich habe vielleicht etwas weniger Privatleben als andere, doch meine Partnerin hat mich so kennengelernt und unterstützt mich. Wir wissen beide, wie viel oder wenig Zeit wir miteinander haben und nutzen sie.

Darum funktioniert es.

Und wie geht die politische Karriere von Michael Götte weiter?
Götte: Die Politik kann man nicht steuern. Man wird vom Volk gewählt. Da braucht es die richtige Person, Mann oder Frau, aus der richtigen Partei und der richtigen Region. Für ein höheres politisches Amt muss alles zusammenpassen. Ich weiss noch nicht, ob meine Zukunft in der Politik oder der Wirtschaft liegt. Mich reizt beides.

In der Wirtschaft kann ich mir viele Tätigkeiten vorstellen, ich kann aber keine benennen, die ich unbedingt ausüben möchte. In der Politik sehe ich mich eher in der kantonalen oder nationalen. Sicher ist, dass ich jetzt alles mache, was nebeneinander möglich ist. Entscheide ich mich für die Wirtschaft, trete ich in der Politik kürzer oder umgekehrt.

Neben Andreas Hartmann, FDP, sind Sie der zweite Fraktionspräsident aus dem Wahlkreis Rorschach. Sind dessen Interessen somit besonders gut vertreten im Kantonsrat?
Götte: Unsere Aufgabe ist es, die beste Lösung für den Kanton zu finden. Natürlich sind uns die Bedürfnisse vor unserer Haustüre näher, das ist menschlich. Doch sie zu befriedigen, ist die Aufgabe der Kantonsräte.

«SVP soll nicht als Haudegenpartei gelten»

Die Fraktionsmitglieder wählten Sie vor etwas mehr als einem Jahr zum Vize- und jetzt zum Präsidenten. War die Wahl Programm?
Michael Götte: Der Vorstand hat mich als Vize vorgeschlagen, weil ich schon eine Weile im Kantonsrat bin. Die Mitarbeit im Vorstand interessiert mich, da er die politischen Geschäfte vorspurt. Kommt hinzu, dass damals einige Geschäfte von Bedeutung für die Gemeinden waren, so das neue Gemeindegesetz. Das Präsidium habe ich aber nicht angestrebt.

Was bedeutet Ihnen das Amt?
Götte: Ich bin mir bewusst, welche Verantwortung ich übernehme, immerhin stehe ich mehr als einem Drittel der Parlamentarier vor. Als Fraktionspräsident kann ich noch aktiver am politischen Geschehen mitarbeiten. Ich finde es spannend, die vielen Interessen, die es in einer so grossen Fraktion gibt, auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.

Welches sind Ihre Aufgaben als Fraktionspräsident?
Götte: Ich leite die Sitzungen und treffe dafür die Vorbereitungen und Vorabklärungen. Ich führe Gespräche mit anderen bürgerlichen Parteien, um Lösungen im Interesse des Kantons zu finden. Ich treffe gewisse Entscheide eigenständig, etwa die Verschiebung einer Motion oder eines Postulates. Und ich bin Ansprechpartner für die Medien bei Themen, die wir lanciert haben. Nicht zuletzt will ich Kontakt mit den Fraktionsmitgliedern aus anderen Regionen suchen und pflegen.

Wie wollen Sie Ihre Fraktion leiten?
Götte: Mir ist wichtig, dass sie vernünftig politisiert, nicht zu stark polarisiert und den Konsens mit anderen bürgerlichen Parteien sucht, selbstverständlich klar auf der Linie der SVP. So politisiere ich. Ich möchte die Mitglieder überzeugen, dass die Fraktion keine extremen Vorstösse einreicht oder unterstützt, auch wenn sie von eigenen Mitgliedern stammen. Selbstverständlich ist jeder ein gewählter Kantonsrat und kann politisieren, wie er will.

Die SVP St. Gallen soll aber nicht als Haudegenpartei wahrgenommen werden, sondern als eine gute, bürgerliche Partei. Mein Vorgänger Markus Straub hat die Fraktion bereits in diesem Sinne geleitet. Einen grossen Kurswechsel wird es nicht geben.

Bleibt Ihnen mit Ihrem neuen Amt noch Zeit für eigene Vorstösse?
Götte: Ich werde nur selten Vorstösse unterschreiben, noch weniger selber einreichen. Da ich die Fraktion vertrete, trage ich die Verantwortung für ihre Vorstösse. Somit politisiere ich mindestens ebenso viel. Meine Rolle im Kantonsrat ändert sich aber.

Sie arbeiten 70 Prozent bei der Hartchrom, sind Gemeindepräsident von Tübach, Kantonsrat und jetzt Fraktionspräsident. Wie bringen Sie das und Ihr Privatleben unter einen Hut?
Götte: Die Zeit für die Arbeit als Fraktionspräsident finde ich, indem ich einerseits meine militärische Aktivität reduziere. Ab 1. Januar 2010 führe ich keine Kompanie mehr, auch der vierwöchige Dienst am Stück fällt weg.

Andererseits bin ich nun gut drei Jahre Gemeindepräsident, da sind nicht mehr alle Arbeiten neu, fallen gewisse leichter. Als Fraktionspräsident werde ich auch nicht mehr in so vielen Kommissionen einsitzen. In der Wirtschaft arbeite ich an Projekten, da bin ich nicht an fixe Zeiten gebunden. Ich habe vielleicht etwas weniger Privatleben als andere, doch meine Partnerin hat mich so kennengelernt und unterstützt mich. Wir wissen beide, wie viel oder wenig Zeit wir miteinander haben und nutzen sie.

Darum funktioniert es.

Und wie geht die politische Karriere von Michael Götte weiter?
Götte: Die Politik kann man nicht steuern. Man wird vom Volk gewählt. Da braucht es die richtige Person, Mann oder Frau, aus der richtigen Partei und der richtigen Region. Für ein höheres politisches Amt muss alles zusammenpassen. Ich weiss noch nicht, ob meine Zukunft in der Politik oder der Wirtschaft liegt. Mich reizt beides.

In der Wirtschaft kann ich mir viele Tätigkeiten vorstellen, ich kann aber keine benennen, die ich unbedingt ausüben möchte. In der Politik sehe ich mich eher in der kantonalen oder nationalen. Sicher ist, dass ich jetzt alles mache, was nebeneinander möglich ist. Entscheide ich mich für die Wirtschaft, trete ich in der Politik kürzer oder umgekehrt.

Neben Andreas Hartmann, FDP, sind Sie der zweite Fraktionspräsident aus dem Wahlkreis Rorschach. Sind dessen Interessen somit besonders gut vertreten im Kantonsrat?
Götte: Unsere Aufgabe ist es, die beste Lösung für den Kanton zu finden. Natürlich sind uns die Bedürfnisse vor unserer Haustüre näher, das ist menschlich. Doch sie zu befriedigen, ist die Aufgabe der Kantonsräte.