Rukka näht am Bignik-Tuch

Normalerweise ändert die Bekleidungsgestalterin Claudia Federer im Änderungsatelier der Rukka AG Regenjacken für Kinder, Outdoor-Bekleidung für Erwachsene oder Schutzhosen für Feuerwehrmänner. An diesem Morgen lässt sie jedoch einen Berg roter Tücher durch ihre Nähmaschine rattern: Sie näht einzelne Module für das überdimensionale Picknick-Tuch der Region Appenzell AR – St. Gallen – Bodensee zusammen (siehe Kasten).
Für die Region
«Uns hat die Idee hinter dem Projekt überzeugt», begründet Sven Blum, Geschäftsführer der Rukka AG, die Unterstützung seiner Firma. Als regional verwurzeltes Unternehmen wolle er etwas dazu beitragen, die Region auch über die Kantonsgrenzen hinaus reizvoll zu machen. «Für die meisten hört die Schweiz hinter Winterthur auf», sagt er. Diese Erfahrung habe er mit vielen Kunden gemacht. «Aber wenn man sie dann doch einmal überzeugen kann, in die Ostschweiz zu kommen, sind sie ganz überrascht, wie schön es hier ist.»
Zunächst wollten sie Bignik Klettstreifen zur Verfügung stellen, «aber davon hatten sie bereits genug». So sei man auf das Änderungsatelier zu sprechen gekommen – und aufgrund der Vielzahl an gesammelten Tüchern dann darauf zurückgekommen.
Flinke Hände
Die drei Bekleidungsgestalterinnen der Rukka AG kümmern sich nun um die Tücher: Je vier Tücher mit den Massen 140 mal 140 Zentimeter müssen zusammengenäht und an den Ecken mit einem Klett versehen werden. «Es ist schon eine ziemlich monotone Arbeit», gibt Claudia Federer zu. «Wir nähen deshalb zwischen anderen Aufträgen immer mal wieder ein bisschen weiter.» Für ein Modul brauche sie etwa 20 bis 30 Minuten. Dies seien 15 Minuten weniger als die Zeit, die von den Organisatoren geschätzt wurde, fügt sie augenzwinkernd an.
Kein Sponsor
Ursprünglich aus Finnland, ist Rukka seit bald 30 Jahren eine Schweizer Marke, deren grösster Teil der Wertschöpfung in Tübach generiert wird. Die vor allem national tätige Firma wird mit ihrer Mithilfe bei Bignik aber nicht zum Sponsor: «Wir machen das freiwillig», sagt Blum. Er freue sich schon jetzt aufs Picknicken und scherzt, dass er dann am liebsten auf einem von Rukka genähten Tuch sitzen würde.